Der 52 Millionen Euro schwere Bonus-Streit der Commerzbank mit 104 ehemaligen Dresdner-Kleinwort-Investmentbankern geht in die nächste Runde. Das Londoner Berufungsgericht gab der Nichtzulassungsbeschwerde der Bank am Dienstag statt.

Damit wird der Prozess vor dem Court of Appeal neu aufgerollt. «Wir nehmen das als ermutigendes Zeichen», sagte eine Sprecherin der Bank. Das Verfahren beginnt in etwa einem halben Jahr neu; dann wird noch einmal drei bis vier Tage verhandelt.

In der ersten Instanz hatte die Commerzbank verloren. Der High Court in London hatte sie Anfang Mai dazu verurteilt, die Boni nachzuzahlen, die den Investmentbankern Ende 2008 - kurz vor der Übernahme durch die Commerzbank - versprochen worden waren, um sie bei der Stange zu halten. Mit Prozesskosten und Zinsen kämen auf Deutschlands zweitgrösste Bank Belastungen von rund 70 Millionen Euro zu. Doch das will die Commerzbank nicht hinnehmen.

In Deutschland hatte das Bundesarbeitsgericht der Commerzbank in letzter Instanz Recht gegeben. Die meisten der Dresdner-Investmentbanker waren aber in London angestellt. Aus einem Bonustopf von 400 Millionen Euro hatte die Bank letztlich nur 150 Millionen Euro ausgezahlt.

Der mündlich zugesagte Rest war nach ihrer Darstellung vom wirtschaftlichen Abschneiden der Investmentbank abhängig, die in der Finanzkrise aber tief in die roten Zahlen rutschte. Auch in Italien hätten Gerichte den Sachverhalt so beurteilt wie in Deutschland, erklärte die Bank.

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(rcv/sda)