Für UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber steht eine Übernahme der Commerzbank auf absehbare Zeit nicht auf der Tagesordnung. Weber sagte auf einer Bankentagung in Frankfurt zu Medienberichten, die UBS habe Interesse an einer Übernahme des Staatsanteils an der zweitgrössten deutschen Bank: «Ich weiß, worauf sie anspielen, es gibt da gewisse Spekulationen. Ich kann sie an dieser Stelle beruhigen. Wir sind sehr fokussiert auf die Umsetzung unserer Strategie und die Steigerung unserer Kapitalquoten.»

Mehrere Magazine hatten berichtet, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble habe Weber kürzlich auf einen Einstieg bei der Commerzbank angesprochen. Der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin hält noch eine 17-prozentigen Beteiligung an dem in der Finanzkrise mit 18 Milliarden Euro gestützten Institut.

Weber warnt vor Scheitern des Euro

Diese ist an der Börse allerdings nur ein Drittel dessen wert, was der Bund bezahlt hatte. Weber sagte, er wolle Akquisitionen nicht grundsätzlich ausschliessen, fügte jedoch hinzu: «Das ist weder kurzfristig ein Thema, noch derzeit in einem Umfang geplant, der unseren Kapitalaufbauprozess beeinträchtigen könnte.»

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Derweil hat der UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber vor einem Scheitern der Euro-Zone gewarnt. «Eine Renationalisierung wäre die falsche Lehre aus der Krise», sagte Weber. Damit Europa im internationalen Wettbewerb bestehen könne, sei der Euro richtig. Dabei müsse Deutschland zusammen mit Frankreich die politische Führung und Verantwortung übernehmen, um die Währung zu stabilisieren.

Zugleich warnte Weber die Länder Südeuropas, dass die Hilfen keine Dauerlösung sein könnten. Konkret wollte er sich nicht zum Rettungskonzept äussern.

Weber trat aus Protest zurück

Weber war 2011 aus Protest gegen die Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit dem Aufkauf von Staatsanleihen von seinem Amt als Chef der deutschen Notenbank zurückgetreten.

Seit gut einem Jahr ist er Verwaltungsratspräsident der UBS. Weber hat der Grossbank einen radikalen Kurswechsel verordnet. Die UBS verabschiedet sich aus weiten Teilen des Investmentbankings und konzentriert sich vor allem auf die Vermögensverwaltung. Sie will weltweit zur am besten kapitalisierten Bank überhaupt werden.

(reuters/sda/muv/moh)