Der Fall in London erregte Aufsehen: Ehemalige Banker von Dresdner Kleinwort klagten vor Gericht Bonuszahlungen für das Jahr 2008 ein. Diese waren ihnen vom ehemaligen Dresdner-Kleinwort-Chef Stefan Jentzsch versprochen worden. Die Krux: Kurze Zeit später wurde das Institut von der Commerzbank geschluckt - und weil Dresdner Kleinwort der zweitgrössten deutschen Bank 2008 einen Verlust von 6,8 Milliarden Euro beschert hatte, strich diese das Bonusversprechen kurzerhand zusammen.

«Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Beklagten die strittigen Summen an die Kläger auszahlen müssen», zitiert das «Handelsblatt Online» Richter Robert Owen, der sein Urteil heute Vormittag im altehrwürdigen Royal Courts of Justice verlas. Mit anderen Worten: 104 Investmentbanker erhalten 52 Millionen Euro von der Commerzbank.

Bei der unterlegenen Commerzbank gibt man sich noch zugeknöpft: «Wir haben das Urteil zur Kenntnis genommen und behalten uns vor, Rechtsmittel einzulegen», so ein Sprecher im Bericht. Ein Anwalt der Kläger hält dagegen: Es habe nie einen Grund gegeben, «einfach die Spielregeln zu ändern».

Auch Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte in London vor Gericht ausgesagt: «Ich kann die Enttäuschung der Investmenbanker verstehen, aber in diesem Fall musste ich auch die Interessen unserer Aktionäre und der Öffentlichkeit in Betracht ziehen», so «Handelsblatt Online».

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(vst/muv)