Nach der schwachen Entwicklung in dem für die Commerzbank wichtigen Privatkundengeschäft will Deutschlands zweitgrösste Bank offenbar mit neuen Sparmassnahmen gegensteuern.  Ein neues Strategiepapier sieht angeblich Stellenstreichungen und Filialschliessungen vor, wie die «Welt am Sonntag» berichtet. Zugleich wolle die Bank einen neuen Anlauf unternehmen, ihre verbleibenden Filialen länger zu öffnen.

Das Sparprogramm, das der Zeitung vorliegt, soll 400 Seiten umfassen und Mitte September dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Kern des Programms: eine ungenannte Zahl von Mitarbeitern soll entlassen werden, weitere Filialen geschlossen und die verbleibenden Commerzbank-Zweigstellen länger geöffnet bleiben. Eine Quelle fur ihre Informationen nannte die Zeitung nicht.

Probleme im Privatkundengeschäft

Ein Sprecher wollte die Informationen laut Nachrichtenagentur Dow Jones nicht kommentieren. «Unser strategischer Planungsprozess läuft bis zum 8. November», hiess es. Damit verwies der Sprecher auf die strategische Weiterentwicklung für das Privatkundengeschäft, die Finanzvorstand Stephan Engels für Anfang November in Aussicht gestellt hat.

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Im zweiten Quartal war das operative Geschäft mit den Privatkunden schlecht verlaufen - nur gerade die Direktbank «comdirect» konnte einen Verlust in der Privatkundensparte verhindern. Auch der Ausblick der Bank ist negativ.

Seit der Übernahme der Dresdner Bank vor vier Jahren mussten bereits rund 9000 Mitarbeiter den Konzern verlassen, die Zahl der Filialen wollen die Frankfurter bis zum Jahresende von 1540 auf 1200 verringern. Die verbliebenen Mitarbeiter sollen dafür gemäss Informationen der «Welt» auch am Samstag für die Kunden da sein. Vor fünf Jahren war der Versuch für längere Öffnungszeiten am Veto des Betriebsrats gescheitert.

(vst/rcv)

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