Die Commerzbank schreibt wieder schwarze Zahlen und will nun die Schlagzahl beim Abbau ihrer Altlasten erhöhen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die zweitgrösste deutsche Bank einen Nettogewinn von 78 Millionen Euro.

Ein Jahr zuvor hatten noch 47 Millionen Euro Verlust zu Buche gestanden. Der Abbau der Immobilien-, Staats- und Schiffskredite sei schneller als erwartet vorangekommen, teilte die Commerzbank mit.

Kernkapitalquote soll steigen

Die interne «Bad Bank», in der diese Bestände geparkt sind, schrumpfte bis Ende 2013 auf 116 Milliarden Euro statt der erwarteten 125 Milliarden. Bis 2016 sollen in ihr nur noch 75 Milliarden Euro liegen; bisher hatte Konzernchef Martin Blessing weniger als 90 Milliarden Euro angepeilt.

Die harte Kernkapitalquote soll gleichzeitig auf mehr als zehn Prozent steigen – auch nach den verschärften Regeln von Basel III. Die bisher angepeilten neun Prozent hat die Bank bereits vorzeitig erreicht.

Geschäft in Polen und der Schweiz ausweiten

Nach jahrelangem Rückzug aus dem Ausland streckt die Commerzbank im Mittelstandsgeschäft wieder ihre Fühler jenseits der deutschen Grenzen nach neuen Geschäftschancen aus. «Zum einen prüfen wir, unsere internationalen Kernmärkte Deutschland, Polen und die Schweiz um weitere Märkte zu ergänzen», sagte Vorstandschef Martin Blessing auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt laut Redetext. Daneben sei eine Tochtergesellschaft in Brasilien geplant. In Asien wolle die Commerzbank das Geschäft über weitere Partnerbanken ausdehnen.

Anzeige

Die  Bank hatte nach der Finanzkrise Deutschland und Polen – mit der vor kurzem in mBank umbenannten Tochter BRE Bank – als Kerngeschäft definiert und die darüber hinausgehenden Ambitionen aufgegeben. Im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank begonnen, mit neuen Niederlassungen auch um den Mittelstand in der Schweiz zu werben. «Damit haben wir einen Grundstein zum weiteren Ausbau unseres internationalen Netzwerks gelegt«, sagte Blessing. In der Slowakei und in Tschechien, wo die mBank bereits vertreten ist, wolle die Commerzbank nun ebenfalls neue Kunden gewinnen.

Skepsis bei den Analysten

Analysten sind von den Expansionsplänen wenig begeistert. «Den Einstieg in Brasilien sehe ich skeptisch. Andere Banken sind dort schon lange aktiv und stark im Markt vertreten», sagte Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse. «Ich weiss nicht, ob dieser Schritt so vielversprechend ist.»

(sda/reuters/dbe/me)