Der Internetvergleichsdienst comparis.ch zieht seine Strafanzeige gegen die Westschweizer Wochenzeitung «L'Hebdo» zurück. Comparis.ch musste zugeben, dass ein inzwischen entlassener Mitarbeiter tatsächlich versucht hatte, die Sicherheitsbarrieren der BAG-Website zu durchbrechen, so wie dies «L'Hebdo» behauptet hatte.

Die Anzeige gegen «L'Hebdo» sei zurückgezogen worden, sagte comparis.ch-Sprecher Felix Schneuwly auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «L'Hebdo» warf comparis.ch in seiner jüngsten Ausgabe vom Donnerstag vor, für seine Krankenkassenprämien-Vergleiche eine Website des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zu hacken versucht zu haben.

Der Artikel erschien am Donnerstag trotz einer superprovisorischen Verfügung, die comparis.ch im Vorfeld der Publikation beantragt und schliesslich auch durchgesetzt hatte.

«Aus rein persönlichem Interesse» gehandelt

Nachdem sich comparis.ch gegen die Vorwürfe zunächst energisch verwahrt hatte und sämtliche Vorwürfe von «Piraterie und anrüchigem Verhalten im Internet» von sich wies, musste die Firma am Donnerstagabend zurückkrebsen.

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Ein Mitarbeiter habe eingeräumt, versucht zu haben, die Sicherheitsvorkehrungen der BAG-Website «zu prüfen». Comparis.ch habe dem Mitarbeiter gekündigt und ihn mit sofortiger Wirkung freigestellt.

«Der Mitarbeiter unternahm dies aus rein persönlichem Interesse, allerdings während der Arbeitszeit und an seinem Arbeitsplatz», hiess es im comparis.ch-Communiqué. Dabei habe er «eigenmächtig gehandelt und zu keinem Zeitpunkt in geschäftlichem Auftrag». Sein Vorgehen stelle einen Verstoss gegen interne Richtlinien dar.

Nicht in Prämien-Abfrage involviert

Der Mitarbeiter sei jedoch «in keiner Weise in die Abfrage der Krankenkassenprämien involviert», schrieb comparis.ch weiter. Laut «L'Hebdo» soll comparis.ch die BAG-Website für seine Krankenkassenprämienvergleiche zu hacken versucht haben.

Comparis.ch stellte dazu am Donnerstagabend fest, dass das Unternehmen «in keiner Weise versucht hat, auf unerlaubte Weise die Krankenkassenprämien zu beziehen». Comparis.ch habe die öffentlich zugänglichen Daten des BAG mit einer gängigen und laut Bundesgericht legalen Methode, dem so genannten Crawling, verwendet.

Diese Technik finde in jeder Suchmaschine Verwendung. Auch das BAG werfe comparis.ch kein strafbares Handeln vor.

(aho/awp)