Am 16. August werden mit Hewlett-Packard (HP) und zwei Wochen später mit Dell die beiden grössten Computer-Hardwarefirmen über ihre per Ende Juli abgeschlossenen Geschäftsquartale berichten. Analysten und Investoren suchen bereits jetzt nach Hinweisen, die Aufschluss über den Geschäftsgang bei HP und Dell geben könnten.

Laut den Marktforschern von IDC und Gartner beschleunigt sich der Erneuerungszyklus bei PCs. Anfang 2007 steigerten Grossfirmen ihre Ausgaben für PCs um 2%. IBM, vor allem im Service- und Softwaregeschäft stark, sprach im Juli ebenfalls von einer Erholung bei den Investitionen ihrer US-Firmenkunden. Gemischt sind die Hinweise, die von Sun Microsystems kommen: Die Gewinnüberraschung kam dank Einmaleffekten und Einsparungen zustande, die Server-Verkäufe enttäuschten.
Für HP liegt die Messlatte bei 21,9 Mrd Dollar Quartalsumsatz und 65 Cents Gewinn pro Aktie. Hier besteht Überraschungspotenzial, denn das HP-Management hat die Erwartungen mit einem saisonalen sequenziellen Umsatzrückgang von 6 bis 7% gezielt unter den langjährigen Erwartungswert von 3 bis 5% infolge der Sommerferien gelegt.

HP-Aktie ist ein Kauf

Beim letzten Quartalsabschluss hiess es von HP, dass man von der Schwäche im Firmengeschäft, von dem Sun und Dell betroffen gewesen waren, nichts gespürt hatte. Und HP ist durch das grosse Consumergeschäft und die globale Ausrichtung (auch) auf aufstrebende Länder weniger den Ausgabenbremsmanövern von US-Firmenkunden ausgesetzt als Konkurrenten wie Dell. Die Aktie hat Überraschungspotenzial und ist aufgrund des Wachstumspotenzials ein Kauf.
Bei Dell richtet sich das Augenmerk auf Profitabilität, erste Erfahrungen im Retailverkauf über Wal-Mart und Kommentare zum Investitionsverhalten der Firmenkunden.
In den USA liegt der Dell-Marktanteil bei Firmen bei 35%, HP, der globale Marktführer, kommt hier nur auf 20%. Deshalb dürfte Dell von den höheren PC-Investitionen in den USA eher profitieren. Zudem peilt Dell mit der neuen «Vostro»-Produktelinie gezielt Kleinfirmen an, und der Verkauf über Wal-Mart soll sich gut angelassen haben. Weil aber solche indirekten Verkaufskanäle die Margen schmälern, besteht hier kaum Potenzial in den nächsten 18 Monaten.
Von Dell erwarten die Analysten einen Quartalsumsatz von 14 Mrd Dollar sowie einen Gewinn pro Aktie von 33 Cents. Die Aktie hat nach dem Anstieg von 20% seit März viel positive Nachrichten vorweggenommen und ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,8 zu hoch bewertet.

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