Das im Oktober 2003 von der Cool Chain Association initiierte und von der Germanischen Lloyd Certification (GLC) realisierte Projekt Cool Chain Quality Indicator (CCQI) ist zu einer weltweit akzeptierten, für Vergleiche genutzten Norm avanciert. Sieben Monate später präsentierte die Klassifikationsgesellschaft den ersten Teil dieses Industriestandards für Kühlkettenlogistik. Er beinhaltete Strassen- und Lufttransporte sowie die Lagerung und Distribution. Im Februar 2005 legte sie Teil zwei für Seetransporte vor und begann mit der Zertifizierung. Bernhard Ständer, Geschäftsführer der in Hamburg domizilierten GLC, bezeichnet den CCQI als ersten Standard seiner Art, der

• von Kühlketten- und Zertifizierungsexperten entwickelt wurde,
• nur «wirklich gute Kühlkettenakteure» zertifiziert,
• die Organisation und Hardware evaluiert,
• ein leicht verständliches Benchmarking bietet,
• konkrete Qualitätsverbesserungen der Kühlkette bewirkt,
• schlank, effizient und simpel in der Anwendung ist,
• alle Bindeglieder der Kühlkette abdeckt und
• sich – Stichwort Global Players – weltweit einsetzen lässt.

Der CCQI bewertet einerseits die Hardware (Beispiele: Kühlsys-teme, Kühlfahrzeuge, Kühlaggregate, Temperaturaufzeichnungs-, Monitoring-, Warngeräte, Isolierungen), zum anderen die Organisation (Anweisungen, Schulungen, Eingangskontrollen, Notfallpläne), «denn ohne Hardware gibt es keine Kühlkette und ohne Kompetenz keine Temperaturkontrolle», konstatiert Ständer. Sein Plädoyer für Transparenz durch Benchmarking verdichtet er auf diesen Satz: «Ohne den Anreiz, seine Tätigkeit zu optimieren, gibt es keine Verbesserung.» Leistungsziel zertifizierter Unternehmen sind 100 Punkte. Zwecks Qualitätsbewertung einer Kühlkette und ihres Benchmarking unterteilt sie der CCQI in zwölf Hauptsegmente: Lastwagen-/Anhängertransport, Lufttransport, Güterumschlag auf dem Flughafenvorfeld, Langzeit-, Kurzzeitlagerung/Verteilzentrum beziehungsweise Containerlinie, Containerschiff, Containertermi-nal, Kühlcontainer, Kühlschiffe bzw. -frachter und Seehafenterminal.

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Die beiden Kernkomponenten des CCQI-Standards sind die Konformitätsprüfung im Sinne der Erfüllung aller Anforderungen und das Benchmarking. Dessen Bewertung basiert auf einer Ergebnisskala, um eine Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Unternehmen/Geschäftsbereichen herzustellen. Dazu dienen Referenztabellen, sogenannte CCQI Master Tables. Das Qualitätsniveau wird via Festsetzung eines Referenzwerts (Benchmark) definiert.

Definiertes Qualitätsniveau

Die Konformitätskontrolle erfordert folgende Prämissen: Grundsätze in puncto Prozedere und Qualität, Implementierung verbindlicher Verfahren, Identifikation kühlkettenrelevanten Personals, Festlegung von Schulungsthemen, Berufung eines Cool-Chain-Managers, Bewertung von Zulieferern/Subunternehmern, Beherrschung von Reklamationen und Nonkonformitäten, Doku-mentenlenkung/Aufzeichnungen, Durchführung jährlicher interner Audits sowie Management-Überprüfungen (mindestens jährlich).
Ständer wertet das Punktesystem als starken Stimulus zur Qualitätsverbesserung, so durch Investitionen in Hardware, Instruktio-nen und Schulungen. Die Existenz des Standards verbessert nicht nur die Qualität der Kühlkette, sondern auch die Güte der an ihr beteiligten Unternehmen: «Wir sehen das an der grossen Zahl von Downloads auf unserer Webseite.» CCQI sei, wie C2K (vormals Cargo 2000) ein freiwillig akzeptierter Standard. «Zusammen ergäben sie das beste Paket», sagt Ständer.