Trotz Rezession und härterer Konkurrenz ist der zweitgrösste Detailhändler der Schweiz bis Mitte März 2009 um 5% gewachsen und liegt damit über dem Branchendurchschnitt. Diesen Vorsprung gibt Coop-Chef Hansueli Loosli nicht kampflos auf. Kaum ist Lidl gestartet, macht er klar: «Wir haben versprochen, dass wir uns bei den 600 Marken, die wir als Discountsortiment definiert haben, nicht unterbieten lassen.» Es könne durchaus sein, dass bei Coop die Preise weiter sinken, meint er im Interview mit der «Handelszeitung» und ergänzt: «Es wird für den Kunden keinen Grund geben, wegen des Preises zu Lidl zu gehen, und somit gibt es auch keinen Grund, dort einzukaufen.»

Still und leise treibt Loosli auch die Expansion mit Partnern im Ausland voran. So hat er vor zwei Wochen zusammen mit der Einkaufsgemeinschaft Coopernic 17 Läden in Riga gekauft. Im April wird Transgourmet, ein 50:50-Joint-Venture, das Coop mit Rewe einging, in Russland den zweiten Cash&Carry-Markt und im Juni den dritten Markt eröffnen.

Mit Transgourmet ist Coop neben der Schweiz in Frankreich, Deutschland, Russland, Rumänien und Polen aktiv. Bereits setzt dieses Unternehmen 10 Mrd Fr. um. Würde Coop Transgourmet in seiner Bilanz konsolidieren, hätte Coop den Rivalen Migros überholt. Doch Hansueli Loosli ist es wohl als Nummer zwei: «Wir wären nicht mehr so herausgefordert und müssten uns nur noch verteidigen.»

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Neu soll Loosli Verwaltungsrat der Swisscom werden. Das Honorar dafür werde er nicht in die eigene Tasche stecken, sagt er: «Verwaltungsrats-Honorare geben alle Coop-Mitarbeiter an Coop ab, es gibt keine zusätzliche Bezahlung.»