Nestlé geht auf tutti. Der Nahrungsmittelkonzern legt sich mit einer der mächtigsten europäischen Einkaufsgesellschaften an. Die Preisverhandlungen mit der Einkaufsgemeinschaft Agecore sind vorläufig gescheitert. Bereits sind bei Edeka die bei unseren deutschen Nachbarn beliebten Wagner-Pizzen und Maggi-Produkte nicht mehr erhältlich. Und Coop macht dem Multi Beine, indem er Salatsaucen von Thomy zum halben Preis verschleudert.

Doch der Handel könnte sich geschnitten haben. Gut möglich, dass er den Bogen diesmal überspannt hat. Was, wenn Nestlé hart bleibt? Klar ist: Bei Nestlé ist gewaltig Druck im Kessel, seit Mark Schneider dem Konzern im September erstmals ein Margenziel verordnet hat. Zwei Milliarden Euro Umsatz sind zwar auch für Nestlé kein Pappenstiel, aber Einigungen à tout prix dürfte es unter diesen Vorzeichen nicht mehr geben.

Nestlé unter Druck

Gut möglich deshalb, dass sich der Hosenlupf mit dem europäischen Handel diesmal nicht wie bei ähnlichen Gelegenheiten früher sang- und klanglos in Luft auflösen wird. Stattdessen könnte er einige in Vevey ohnehin anstehende Devestitionsentscheide beschleunigen. Wie sagte doch Mark Schneider vor ein paar Tagen in Veyey auf die Frage, was ihn am meisten beeindruckt habe in seinem ersten Jahr an der Spitze von Nestlé? «Das schiere Tempo der Veränderung.»