Der Detailhändler Coop nimmt 95 Markenartikel aus den Regalen. Damit wolle man ein Zeichen setzen gegen zu hohe Preise der Hersteller, die damit Währungsgewinne einstreichen, sagte Coop-Einkaufs- und Marketingchef Jürg Peritz der «SonntagsZeitung».

Betroffen sind Artikel von L'Oréal (StudioLine), Mars (Uncle Ben's) sowie «Kinder»-Produkte von Ferrero, wie Coop auf seiner Homepage schreibt. «Seit Monaten fordern wir von unseren Lieferanten, ihre Wechselkursgewinne über Preissenkungen an unsere Kunden weiterzugeben. Viele Grosskonzerne und Importeure weigern sich heute, dieser Forderung nachzukommen», steht dort geschrieben.

Gemäss Jürg Peritz hatte Coop den Herstellern bis letzten Donnerstag 12 Uhr ein Ultimatum gesetzt, die Preise zu senken. «Diese Frist ist abgelaufen, ohne dass die Betroffenen Bereitschaft gezeigt hätten, die Währungsgewinne angemessen an die Kunden weiterzugeben», sagte er der «SonntagsZeitung».

Beträchtliches Umsatzvolumen

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Insgesamt handelt es sich bei den betroffenen Produkten um ein Umsatzvolumen von 30 Millionen Franken, wie Coop-Sprecherin Sabine Vulic der Nachrichtenagentur sda bestätigte. Dass weitere Produkte aus dem Sortiment gekippt werden, liege «im Bereich des Möglichen».

Derzeit stehe man in harten Verhandlungen mit verschiedenen anderen Produzenten und Lieferanten. Einige hätten bereits eingelenkt und Preissenkungen zugestimmt, so Vulic. In den nächsten Tagen werde sich zeigen, welche weiteren Artikel möglicherweise aus den Coop-Regalen verschwinden.

Migros prüft ähnliche Schritte

Bereits am Freitag hatte Coop einen Preisabschlag von durchschnittlich 9 Prozent auf 177 Artikeln angekündigt. Auch Denner und Spar hatten Preissenkungen angepriesen. Denner senkt die Preise für etwa 50 Produkte. Der Lebensmitteldiscounter will Markenprodukte mit 20 Prozent tieferen Preisen in die Regale stellen. Spar will bei verschiedenen Eigenmarken die Preise senken.

Die Nummer 1 im Schweizer Detailhandel, Migros, will einen möglichen Entscheid, Produkte aus dem Sortiment zu nehmen, «frühestens nächste Woche» fällen, wie Sprecher Urs Peter Naef sagte.

(cms/sda)