1. Home
  2. Unternehmen
  3. Coop und Axpo planen erste Wasserstoff-Tankstelle

Umwelt
Coop und Axpo planen erste Wasserstoff-Tankstelle

Coop und Axpo: Die beiden Unternehmen spannen zusammen. Keystone

Der Detailhändler und der Energiekonzern wollen die Luft sauberer machen. 2016 planen die Unternehmen die Eröffnung der ersten Wasserstoff-Tankstelle der Schweiz. Mehr Zapfsäulen sollen folgen.

Veröffentlicht am 08.04.2015

Der Detailhändler Coop und der Energiekonzern Axpo planen die erste öffentliche Wasserstoff-Tankstelle der Schweiz. Sie soll 2016 eröffnet werden. Danach wollen die beiden Unternehmen das Wasserstoff-Tankstellennetz stufenweise ausbauen.

Den Wasserstoff liefern soll Axpo, wie die beiden Unternehmen mitteilten. In einem bestehenden Laufwasserkraftwerk der Axpo werde ein sogenannter Elektrolyseur Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufspalten. Der Strom für diesen Vorgang liefere das Wasserkraftwerk - die Produktion sei daher klimaneutral, schrieb Axpo. Der Wasserstoff könne anschliessend gespeichert und an die Tankstelle geliefert werden.

Verschärfte CO2-Vorschriften

In Brennstoffzellenautos reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff und produziert dadurch Elektrizität, der das Auto antreibt. Statt Abgas entsteht dabei lediglich Wasserdampf. Laut Axpo dauert das Betanken eines sogenannten Brennstoffzellenautos mit Wasserstoff zwei bis vier Minuten und kostet ähnlich viel wie bei klassischen Benzin- oder Dieselfahrzeugen. Das Auto soll damit rund 500 Kilometer weit fahren können.

Die EU verschärfe laufend die CO2-Vorschriften für Neuwagen, und die Schweiz übernehme diese, hiess es. Seit Jahrzehnten werde an Fahrzeugen geforscht, welche weniger oder gar kein CO2 ausstossen.

Coop will Vorreiter sein

Die Wasserstoff-Technologie sei vielversprechend, bisher gebe es in der Schweiz allerdings keine Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur. Coop wolle nun eine Pionierrolle einnehmen und innerhalb seines Tankstellennetzes Wasserstoff-Tanksäulen anbieten. Der Ausbau erfolge entsprechend der Nachfrage in Etappen.

Zudem will Coop künftig einen Teil der Fahrzeugflotte mit Brennstoffzellentechnologie betreiben. Damit komme der Detailhändler seinem Ziel näher, bis 2023 CO2-neutral zu sein, hiess es.

Brennstoffzellenautos von diversen Herstellern

Verschiedene Autobauer wie Honda, Mercedes oder Toyota entwickeln derzeit Brennstoffzellenautos. Toyota weihte im Februar seine erste Produktionsstrasse für das Brennstoffzellenauto Mirai ein. Das Auto soll ab September in Japan, den USA, Deutschland, Grossbritannien und Dänemark verkauft werden.

Bereits erhältlich - auch in der Schweiz - ist ein Brennstoffzellenauto von Hyundai, wie Philipp Walser, Leiter der Fachstelle für Elektrofahrzeuge des Elektrofahrzeugverbands E'mobile, sagt.

Teure Tankstellen

Walser sieht die grosse Reichweite der Brennstoffzellenautos als klaren Vorteil gegenüber anderen Elektrofahrzeugen. Zudem habe der getankte Wasserstoff kaum Gewicht, was vor allem für Lastwagen ein Vorteil sei.

Der Nachteil der Technologie sei aber, dass Wasserstoff-Tankstellen noch kaum vorhanden und sehr teuer seien, sagte Walser. Der Wasserstoff werde unter hohem Druck getankt, weshalb strenge Sicherheitsvorschriften eingehalten werden müssten.

Brennstoffzellenautos als Firmenwagen

Für Unternehmen, die eine eigene Wasserstofftankstelle betreiben könnten, dürften Brennstoffzellenautos als Firmenwagen interessant sein, wie Walser ausführte. Bei Pharmafirmen etwa falle Wasserstoff als Nebenprodukt an - so könnte er weiterverwendet werden. Bis Brennstoffzellenautos sich auch für Privatpersonen durchsetzten, dürfte es allerdings noch länger gehen, schätzt Walser.
 

Anzeige