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Handel
Coop und Migros verlangen 5 Rappen für ein Plastiksäckli

Coop-Gemüseregal: Hier sollen die Säckli kostenlos bleiben. Keystone

Vor vier Jahren forderten die Volksvertreter ein Verbot der Plastiksäckli an den Migros- und Coop-Kassen. Ein Verbot wird es nicht geben, stattdessen fordern die Detailhändler 5 Rappen pro Säckli.

Veröffentlicht am 22.09.2016

Die Zeit der Gratis-Plastiksäckli ist vorbei. Am 24. Oktober führt Coop zunächst an zehn Verkaufsstellen in der Stadt Zürich einen Preis von 5 Rappen für die Plastiksäckchen ein, am 1. November folgt die Migros mit einer landesweiten Abgabe auf die Säcke. Das teilten die beiden Detailhändler heute mit. Bis im Frühling 2017 will auch Coop die Kostenpflicht in allen Schweizer Filialen einführen. Beide Grossverteiler wollen die Fünfer, die sie mit den Säckchen einnehmen, für Umweltprojekte einsetzen.

Damit endet ein langjähriges politisches Ringen: Seit vier Jahren wird über ein Plastiksäckli-Verbot diskutiert. Der letzte Entscheid: Das Parlament will kein Verbot aussprechen, stattdessen sollen die Detailhändler dafür sorgen, dass weniger Einwegtüten in Umlauf kommen. Das hat der Ständerat am Donnerstag entschieden.

Stein des Anstosses

Den Anfang nahm die Verbotsdebatte 2012. Seinerzeit hatten National- und Ständerat den Bundesrat beauftragt, Wegwerf-Plastiksäcke zu verbieten. Sie stimmten einer Motion von Nationalrat Dominique de Buman (CVP/FR) zu. Nun wurde diese abgeschrieben und der Weg ist frei für die Branchenvereinbarung des Detailhandels.

Die Detailhändler haben vor, die kleinen Gratis-Plastiktüten von den meisten Kassen zu verbannen. Die Vereinbarung soll den Verbrauch der Wegwerf-Plastiksäcke um 80 Prozent verringern. Bis Anfang 2018 soll sie umgesetzt sein.

Gratis-Säckli für Obst

Kundinnen und Kunden sollen für die kleinen weissen Säckchen bezahlen müssen, die heute an den Ladenkassen gratis aufliegen. Die Vereinbarung gilt nur für Läden, die hauptsächlich Lebensmittel verkaufen. Convenience-Shops wären ausgenommen. Weiterhin gratis wären die Säcke ausserdem für Früchte und Gemüse im Offenverkauf.

Die Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz und die Swiss Retail Federation begrüssten den Entscheid des Parlaments. Ihre Mitglieder wollten den freiwilligen, ökologisch wirksamen und kundenfreundlichen Gegenvorschlag bis Anfang 2018 umsetzen, schrieben sie.

(sda/ise/me)

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