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Detailhandel
Coop veranlasst Bestellstopp von 150 Nestlé-Produkten

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Coop will bessere Konditionen erkämpfen.Quelle: Keystone

Detailhändler Coop streitet mit Nestlé um Produktpreise. Jetzt ruft Coop einen Bestellstopp aus – und gibt den Kunden 50 Prozent Rabatt.

Von Bastian Heiniger
am 16.02.2018

Zwischen Nestlé und europäischen Detailhändlern ist ein Streit eskaliert. Unter anderem Coop erhebt den Vorwurf: Nestlé verlange zu hohe Einkaufspreise. Die europäische Händlerallianz Agecore, zu der neben Coop etwa auch Edeka aus Deutschland und Intermarché aus Frankreich gehören, will mit einem Bestellstopp bessere Konditionen erzwingen.

«Wir haben einen Bestellstopp auf über 150 Artikel veranlasst», sagt Coop-Sprecher Urs Meier zur «Handelszeitung». Der Grund: «Wir wollen, dass wir gegenüber dem Ausland und anderen Abnehmern nicht benachteiligt werden. Nur so können wir unseren Kunden weiterhin einen attraktiven Sortimentsmix bieten», sagt Meier. Coop verlange faire Einkaufspreise zu partnerschaftlichen Konditionen.

50 Prozent für Nestlé-Produkte

Der Bestellstopp gelte seit dieser Woche für alle gekühlten Thomy-Salatsaucen. Am Montag folgen Cailler Perles, Nescafé Azera und Buitoni La Fina. Diese Produkte wird Coop mit einem Rabatt von 50 Prozent ausverkaufen.

In den Regalen wird sich der Bestellstop laut Coop in den nächsten Wochen bemerkbar machen. «Unsere Kunden werden auf gute und preislich attraktive Coop-Eigenmarken ausweichen können», versichert Meier.

Auch andere der sechs Agecore-Mitglieder bestellen seit einigen Tagen verschiedenste Nestlé-Produkte nicht mehr. Betroffen sind etwa Marken wie Nescafé, Maggi, Thomy, Vittel und San Pellegrino.

Nestlé bleibt hart

Nestlé will die Angelegenheit auf Anfrage der «Handelszeitung» nicht kommentieren. Nachgeben will der Weltkonzern offenbar nicht. Doch auch die Detailhändler bleiben hart. Denn Nestlé macht in den Läden der Agecore-Händlern immerhin mehr als 10 Prozent des Europa-Umsatzes, wie die «Lebensmittelzeitung» schreibt.

In Deutschland hat der Supermarkt-Marktführer Edeka seinen 4000 selbstständigen Edeka-Einzelhändlern bereits eine fünfseitige Liste mit 163 Nestlé-Produkten geschickt, die sie nach und nach aus den Regalen nehmen können. Der Streit mit Nestlé sei wegweisend, heisst es aus Kreisen der Lieferanten, wie die Zeitung schreibt. Sollte Nestlé einknicken, würde Agecore noch mehr die Muskeln spielen lassen und weitere Forderungen stellen.

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