Die Produkte des italienischen, an der Schweizer Börse kotierten Pharmaunternehmens Cosmo zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen erfreuen sich steigender Verkaufszahlen. Mit dem US-Partner Salix, an dem sich Cosmo mit rund einem Fünftel beteiligt, soll der Vertrieb dieser Medikamente forciert und gleichzeitig in die Entwicklung neuer Produkte investiert werden. Wie und zu welchen Konditionen die bereits angekündigte Abspaltung der Dermatologie-Franchise umgesetzt werden soll, ist noch offen.

Im ersten Halbjahr wuchs der Nettoumsatz von Cosmo um gut die Hälfte auf 41,1 Millionen Euro. Getrieben wurde der Zuwachs von einer Verdoppelung der Meilensteinzahlungen auf 14,8 Millionen Euro, der Zunahme von 97 Prozent auf 16,6 Millionen Euro bei den Produkten der MMX-Tablettentechnologie und einem Plus von 9,4 Prozent auf 5,9 Millionen Euro aus der Herstellung von Generika und der Auftragsmanufaktur, teilte die Gesellschaft am Mittwoch mit.

Medikamente generieren Mehrumsatz

Das im vergangenen Jahr am Markt eingeführte Magendarm-Medikament Uceris (Partner Salix) übertraf mit einem Umsatz von 100 Millionen Dollar die Erwartungen und steuerte zum Cosmo-Umsatz gut 20 Mio EUR in Form von Royalties, Lizenzeinnahmen und Umsatzbeteiligungen bei. Mit Lialda (Partner Giuliani-Shire), das in der Behandlung der chronischen Darmentzündung (Colitis Ulcerosa) zum Einsatz kommt und seit 2007 auf dem Markt ist, generierte Cosmo Einnahmen in der Höhe von 14,8 Millionen Euro (plus 14 Prozent), wobei sich der Produktumsatz um ebenfalls 14 Prozent auf 272 Millionen Dollar erhöht hatte.

Anzeige

Zusätzliches Geld floss Cosmo über den Verkauf der noch übrig gebliebenen knapp 3 Millionen Santarus-Aktien zu. Der Verkauf brachte einen Nettogewinn von 65,1 Millionen Euro ein nachdem im Vorjahr mit dem Übergang des ersten Santarus-Pakets an Salix ein Gewinn von netto 58,2 Millionen resultiert hatte. Salix hatte Santarus per Anfang 2014 akquiriert und ist mit leichten Anpassungen zum neuen Produktpartner für Cosmo in den USA geworden.

Aufwand ist gestiegen

Auf der Aufwandseite sind derweil die operativen Netto-Kosten um einen Drittel auf 26,5 Millionen Euro angestiegen. Dennoch hat sich das operative Ergebnis auf 14,6 Millionen mehr als verdoppelt und unter dem Strich belief sich der Reingewinn auf 76,8 (Vorjahr 63,3) Millionen. Mit dem erstmaligen Dividendenabgang des Unternehmens (14,2 Millionen) und dem Rückkauf eigener Aktien (46,1 Millionen) verbleiben in der Bilanz per Ende Juni noch liquide Mittel im Umfang von 28,7 Millionen (Ende 2013: 46,3 Millionen) sowie liquide Wertschriften von 104,1 Millionen (137,3 Millionen). Damit sei die Gruppe «komfortabel» finanziert, wie CEO Alessandro Della Chà an einer Telefonkonferenz erklärte.

Im Ausblick auf das Gesamtjahr gibt sich das Management «sehr positiv». Erwartet wird ein «starkes» Wachstum der Uceris-Verkäufe. Aus der Perspektive der klinischen Entwicklung rechnet Cosmo damit, dass die klinischen Versuche der Phase III von Methylene Blau und der regulatorische Prozess für SIC 8000 erfolgreich abgeschlossen werden.

Neue Perspektiven

SIC 8000 dient der einfacheren und schnelleren Entfernung von Polypen, Adenomas respektive frühem Dickdarmkrebs während der Koloskopie und soll bereits im ersten Halbjahr 2015 in der EU und den USA auf den Markt kommen, so der CEO. Der Produktkandidat ist nicht Teil der vor rund drei Wochen mit Salix abgeschlossenen Vereinbarung für den Vertrieb von Magen-Darm-Medikamenten in den USA. Allerdings dürfte Salix als erstes Unternehmen eine Offerte für die Einlizenzierung vorlegen.

Anzeige

Die Salix-Transaktion, mit der Cosmo in den Besitz von Anteilen im Gegenwert von 2,6 Milliarden Dollar gekommen war, eröffne Cosmo neue Perspektiven, sagte Della Chà weiter. Ob der geplante Spin-Off der Dermatologie-Franchise über ein IPO oder eine Privatplatzierung erfolge, sei dagegen noch nicht entschieden.

Börse reagiert zurückhaltend

An der Börse setzt sich der Höhenflug der Cosmo-Papiere vorläufig nicht im zuletzt gesehenen Tempo fort. Bis um 14.20 Uhr steigen die Titel um 0,5 Prozent auf 188,10 Franken. Vor Jahresfrist hatte eine Aktie von Cosmo noch rund 70 Franken gekostet, ehe sie mit der Salix-Ankündigung bis auf das Allzeithoch von 193,70 Franken geklettert waren.

(awp/gku)