Rasch war klar: Das Unglück der «Costa Concordia» bringt nicht nur menschliches Leid, sondern zieht auch hohe Kosten nach sich. Bereits am 18. Januar äusserte sich Munich Re, der weltgrösste Rückversicherer, dahin gehend, dass die Schadenssumme auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in Euro geschätzt wird.

Auch bei Hannover Re liegen die ungefähren Zahlen auf dem Tisch: 30 Millionen Euro nannte das Unternehmen, was in etwa der gleichen Grössenordnung wie bei den Münchener Branchenkollegen entspricht.

Noch keine Zahlen hält Swiss Re bereit. «Wir klären den Sachverhalt noch ab», sagt ein Sprecher auf Anfrage von «Handelszeitung Online». Mit anderen Worten: Auch rund 10 Tage nach der Havarie ist in Zürich nicht klar, in welchem Umfang der Rückversicherer betroffen sein wird.

«Handelt es sich nicht um ein Grossereignis, informieren wir über Schadenssummen immer im Rahmen der Quartalsberichterstattung», so der Sprecher. Mit anderen Worten: Gut möglich, dass sich die Swiss Re punkto «Costa Concordia» erst am 23. Februar in die Karten blicken lässt. Auf eine genaue Quantifizierung, ab wann ein Grossereignis vorliegt, lässt sich Swiss Re nicht ein.

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Neben den Kosten für das Schiff selbst könnten Haftpflichtansprüche der Passagiere und ihrer Hinterbliebenen, die Bergung des Wracks und mögliche Umweltschäden letztlich zu weit höheren Forderungen führen, als diese aktuell abschätzbar sind.

Schifffahrts-Experte Peter Irminger rechnete in der Sonntagspresse damit, dass allein seitens der Passagiere Schadensersatzforderungen in Höhe von bis zu 120 Millonen Euro auf die Reederei zukommen dürften.