Die Havarie des Luxusliners «Costa Concordia», der aus noch nicht abschliessend geklärter Ursache vor der italienischen Küste gekentert ist, verunischert die Kreuzfahrtbranche. Die ersten Reaktionen sind überwiegend zurückhaltend.

Wichtig sei jetzt vor allem, die Ursache herauszufinden, den Hergang bis ins kleinste Detail aufzuklären und seine Schlüsse daraus zu ziehen, hiess es beim Deutschen Reiseverband.  Ein Ende des Kreuzfahrt-Booms oder grössere Stornierungswellen würden aber nicht erwartet. Alles in allem gehöre das Schiff weiterhin zu den sichersten Verkehrsmitteln.

Auch in den Reedereien hiess es zumeist, es sei noch viel zu früh, um etwas zu den Folgen sagen zu können. Hier und da gebe es vereinzelte Anrufe besorgter Gäste, die demnächst mit einem Schiff in die Ferien fahren wollen. Absagen im grossen Stil oder ein Ende des Kreuzfahrtbooms will aber niemand heraufbeschwören. Seit Jahren ist die Kreuzfahrtbranche der grosse Boomsektor im Tourismus.

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Aktie von Mutterkonzern Carnival sackt ab

Grössere Umsatzausfälle wird jedoch die Reederei Costa Crociere mit dem US-Mutterkonzern Carnival verkraften müssen, denn die «Costa Concordia» dürfte so schnell nicht wieder in See stechen. Carnival bezifferte den Schaden auf 85 bis 95 Millionen Dollar allein durch den Umsatzausfall im laufenden Jahr.

Die Aktien des US-Kreuzfahrtspezialisten und weltweiten Marktführers brachen an der Londoner Börse mit zweistelligen Prozentsätzen ein. Ebenfalls schwach zeigten sich die Aktienkurse anderer Reise- und Freizeitunternehmen.

Derweil gibt es Berichte darüber, dass der Kapitän der «Costa Concordia» womöglich so nah ans Ufer fuhr, damit der Maître de Cabine seine Familie grüssen konnte. Wie etwa «Spiegel Online» berichtet, habe dessen Schwester bei Facebook geschrieben: «In Kürze wird die 'Concordia' der Costa Crociere sehr, sehr nah an uns vorbeifahren.»

(tno/awp)