Die italienische Reederei Costa Crociere, Betreiber des am 13. Januar verunglückten Kreuzfahrtschiffs «Costa Concordia», bangt um ihre Zukunft. Nach der Katastrophe vor der toskanischen Insel Giglio habe die Gesellschaft einen 35-prozentigen Rückgang bei der Reservierung neuer Kreuzfahrten gemeldet.

«Wenn die Costa nicht als Gesellschaft pleitegeht, könnte sie als Marke bankrottgehen. Unsere Marke ist zerstört worden», klagte Costas Geschäftsführer Pierluigi Foschi in einem Interview mit der Turiner Tageszeitung «La Stampa», das am Sonntag erschienen ist.

Foschi machte Schiffskapitän Francesco Schettino für das Unglück verantwortlich. «Er wird von Beweisen belastet, vor denen jeder erschaudern würde. Es ist unbestreitbar, dass ein menschlicher Fehler diese Katastrophe verursacht hat", sagte Foschi.

«Die Katastrophe der Concordia muss als Lehre für die Zukunft dienen. Bald wird es Änderungen im elektronischen Bordsystem geben. Auch bei dem Rettungstraining wird es Erneuerungen geben», so Foschi.

28 Tage für 15 Treibstofftanks

Einen Monat nach dem Kreuzfahrt-Unglück vor der toskanischen Küste haben die Einsatzkräfte am Sonntag mit dem Abpumpen des Treibstoffs aus der gekenterten «Costa Concordia» begonnen. Das Wetter sei endlich günstig und die Arbeiten würden auch die Nacht über fortgesetzt.

Das sagte Bart Huizing vom niederländischen Bergungsspezialisten SMIT. Der Vorhersage zufolge könnten die günstigen Bedingungen vier bis fünf Tage lang anhalten. «Wir werden rund um die Uhr arbeiten», betonte er.

Nach Schätzungen des italienischen Katastrophenschutzamtes dauert es 28 Tage, um die 15 Treibstofftanks des Kreuzfahrtschiffes leer zu bekommen.

(aho/vst/sda)