Der Cousin des Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain hat es in die engste Auswahl für die Nachfolge von US-Starinvestor Warren Buffett an der Spitze der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway geschafft. Dies bestätigte Buffett am Montag im US-Sender CNBC. Neben dem 63 Jahre alten Ajit Jain, der hauptsächlich für die Versicherungssparte bei Berkshire zuständig ist, ist demnach noch Berkshire-Manager Greg Abel im Rennen. Buffet betonte, die beiden Kandidaten rangelten nicht miteinander um den Posten. Bisher wüssten weder Jain noch Abel, wer von ihnen der Favorit für die Spitzenposition sei.

«Wir verfügen über einen präzisen Plan, sehr detailliert», versicherte Buffett. Es würde weniger als 24 Stunden dauern, ihn umzusetzen. Seit Jahren gibt es Spekulationen um die Nachfolge des legendären Berkshire-Gründers Buffett, der als «Orakel vom Omaha» weltweit bekannt ist. Bisher hat der 84-Jährige offen gelassen, wann er als Chef zurücktreten will.

Jain kalkuliert jedes Risiko richtig

Jain wie Abel sind Berkshire-Gewächse und arbeiten seit vielen Jahren für das an der Börse mit mehr als 360 Milliarden Dollar bewertete Konglomerat. Jain ist seit 1986 für Berkshire tätig. Gleich zu Beginn wurde ihm das damals schwächelnde Rückversicherungsgeschäft übertragen, das sich seither gut entwickelt hat. In dem diesjährigen Aktionärsschreiben lobte Vize-Chairman Charlie Munger, Jain habe den Bereich zu einem einzigartigen Giganten in der Versicherungswelt ausgebaut und setze Berkshire niemals unangemessenen Risiken aus.

Der 52-jährige Abel verantwortet die Energiesparte. Er gilt als ruhiges Arbeitstier, auf das man sich jederzeit verlassen kann. Während seiner Ägide mauserte sich das Energiegeschäft und wurde zu einem wichtigen Pfeiler des weitgespannten Berkshire-Geschäfts. Weltweit versorgt die Sparte, zu der beispielsweise Berkshire Hathaway Energy und PacifiCorp gehören, mehr als 11,5 Millionen Menschen mit Energie.

(reuters/me)

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