Viele Leute lassen sich ihre Wohnungseinrichtung etwas kosten, denn sie ist Spiegelbild ihrer Persönlichkeit und ihres Lebensstils. Die Bereiche zum Arbeiten, Schlafen und Kochen sind jedoch nicht mehr klar definiert, sondern verwandeln sich zunehmend in multifunktionale Wohn- und Lebensräume mit fliessenden Grenzen. Die Küche wird zum Wohnzimmer – und das Bad zum Esszimmer. Möglich ist vieles. Auf alle Fälle sind die Zeiten der vom Wohnraum abgetrennten Küchenkammern, gespickt mit einer Vielzahl hochtechnischer, aber unnützer Geräte, vorbei. Die Kochutensilien sollen praktisch, handlich, multifunktional sein und erst noch gut aussehen. Die Küche wird wieder zum quirligen Mittelpunkt jedes Heims und bietet Wohn- und Lebensort für Bewohner und Gäste. Das fordert neue, vielseitig bewohnbare und weit geschnittene Räume. Gekocht wird frisch, einfach und gesund: Die Helden des Koch-TVs Jamie Oliver und Tim Mälzer machen es vor. Die Trends kommen aus der mediterranen, der japanischen und – in naher Zukunft – auch aus der indischen Küche.

Aussen retro, innen Hightech

Viele Leute mögen es romantisch, wollen aber nicht auf den modernen Komfort verzichten. Was heisst das? Da waren an der Trendmesse «Ornaris» in Bern beispielsweise Girlanden zu sehen, die verträumte Stimmung verbreiten, aber möglichst wenig Energie verbrauchen. Oder ein Fifties-Topf, in dem man das Fondue kredenzt – doch dieser soll bitte auch noch ein Grill sein. Selbst das Radio im Nostalgielook ist en vogue, vorausgesetzt, es lässt alle technischen Möglichkeiten zum Musikhören offen. Cool und ornamental? Das ist kein Widerspruch, wie man vielleicht meinen würde: Es existiert beides, denn Cool-Design und Dekor ergänzen sich bestens. Das dekorative Element, das in Architektur und Design in den vergangenen Jahren verpönt und verbannt war, ist wieder salonfähig geworden, wie eine Architekturausstellung in Basel zeigt. Vor allem die Computerzeichnung hat dem Ornamentalen einen zeitgemässen Anstrich gegeben und ihm das Comeback ermöglicht.

Stil und Ästhetik

Farben, Muster und Materialien werden gemischt, der Regenbogen und der individuelle Geschmack dienen als Vorbild. Natürliche Materialien – vor allem Holz – haben in allen Einrichtungsbereichen Hochkonjunktur. Doch Achtung: Nachhaltigkeit ist angesagt! Die Bedeutung von FSC-zertifiziertem Holz kann heute nicht mehr ignoriert werden. Stark im Trend sind auch Korbgeflechte oder Bezüge aus Leinen bzw. Baumwolle. Bunte Wandteppiche und grossflächige Stoffe bringen Farbe ins Zimmer, weiche Kissen in allen Formen sorgen für Wohnlichkeit, Kerzen für die romantische Stimmung. Wohnen wird nicht mehr dem Zufall überlassen, sondern liebevoll bis ins letzte Detail geplant. Und immer öfter legt man wieder selbst Hand an, wobei Schablonen und andere Hilfsmittel dafür sorgen, dass es mit Stil und Ästhetik daherkommt.

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Für die bevorstehenden kalten Jahreszeiten kommen die Farben beispielsweise bei Pfister direkt aus der Herbstlandschaft in den Wohnbereich: Ziegelrot, Aubergine, Terracotta, Zyklame, Mohnrot, Maisgelb, um nur einige der sinnlichen Töne der aktuellen Farbtöne zu nennen. Sie machen aus dem Zuhause ein warmes und wohnliches Rückzugsgebiet. Der kupfergoldene Glanz der herbstlichen Sonne strahlt auf Accessoires, Textilien und Möbel. Ruhe und Modernität bringt die dunkle Kohlefarbe Anthrazit: Sie sorgt für Kontrast und Harmonie und schenkt den Naturfarben noch mehr Leuchtkraft. Für Coolness und Frische stehen die hellen, kühleren Grauabstufungen und cremiges Weiss: Die neutralen Farbtöne schaffen die Verbindung zu urbanen Wohnsituationen: Da wird zum Beispiel ein einzelner Stuhl in Kürbisorange mit Holz und schwarzem Lack kombiniert, das reduzierte Designerbett erhält ein winterliches Outfit dank ziegelfarbener Bettwäsche, und hinter dem Sideboard leuchtet auf einmal eine dahlienrote Wand. Die herbstliche Farbpalette weckt Kreativität, Sinnlichkeit und die Lust am Kombinieren. Vasen, Kerzenständer, Geschirr oder Schalen werden zu Schaustücken. In kunstvollen Gruppen zeigen sie sich auf Sideboards, Couchtischen und Beistellmöbeln. Kerzen, Blüten, Früchte, Moos und Fundstücke beleben die Arrangements und machen das Wohnen sehr persönlich.

Wohntrend «Modern Nature»

Die Natur zieht (wieder) im Wohnbereich ein: Ursprüngliches mischt sich in interessanten Kombinationen mit Modernem und Reduziertem. Konkret: Wurzelhocker gesellen sich zum Designersofa, Akazienholzschalen und handgefertigte Keramik schmücken den Hochglanz-Couchtisch, Landhausmöbel stehen frech neben einem weissen Ledersofa, und rund um den rustikalen Esstisch werden coole Lederstühle mit Chrombeinen platziert. Es ist das Gegensätzliche, das diesen neuen Wohnstil so spannend und lebendig macht. Materialien, Oberflächen und Strukturen sind wichtig. Grosse Korbwaren, handgestrickte Wolldecken, Töpfereien, Handwerkliches oder mundgeblasenes Glas wirken besonders stark, wenn sie in Kombination mit Beton, Metall, Glas oder Lack auftreten. Grosszügigkeit ist wichtig. Besonders stark wirken die verschiedenen Kontrastelemente, wenn sie gross und modern sind: Riesige Körbe oder Schalen auf dem Boden werden zu Blickfängen. Hohe, schlanke Bodenvasen aus Keramik oder Holz muten wie kunstvolle Skulpturen an. Auch Lampen, Hocker, Tische und Sofas haben Übergrössen. Durch ihre Schlichtheit wirken sie einladend und selbstverständlich.

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Inspired by Nature …

Das grosszügige und offene «Covering» löst das Wohngefühl des zurückgezogenen «Cocooning» ab. Die Wohnung wird so richtig verwöhnt mit sinnlichen und exklusiven Materialien. Das kommt ästhetisch zum Ausdruck, wenn einige Extradecken auf dem Sofa drapiert, mehrere Teppiche übereinander auf dem Boden gelegt, Felle auf dem Bett ausgebreitet oder verschiedene Vorhänge in mehreren Schichten an den Fenstern aufgehängt werden. Geschätzt wird die Mischung aus raffiniertem Luxus und elegantem Understatement. Lieber eine handgestrickte Mohairdecke, experimentell bestickte Wollkissen oder ein edles, echtes Fell statt Extravaganz, Glanz und Glitter. Im Vordergrund stehen die sorgfältige Verarbeitung, die Natürlichkeit der Stoffe, die experimentelle Verbindung von Fasern und Materialien, ungewohnte Details. Diese Kombination verleiht den Produkten ihre Individualität und Einzigartigkeit. Nicht nur im textilen Bereich wird das Styling üppiger und wohnlicher: So werden Schalen bis über den Rand gefüllt und Kerzenständer mit grossen Kerzen versehen; auch bekommen Vasen interessante Gestecke aus ungewöhnlichen Pflanzen, trockenen Ästen, grossen Blättern und Blüten, während Regale mit persönlichen Trouvaillen, Kunst und formschönen Wohnaccessoires bestückt sind.

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