Die Aktionäre der Credit Suisse haben am Donnerstag mit grosser Mehrheit zwei Kapitalerhöhungen abgesegnet, die der Grossbank insgesamt 6Milliarden Franekn einbringen sollen.

An der ausserordentlichen Generalversammlung in Bern stimmten die Aktionäre zum einen einer ordentlichen Kapitalerhöhung in Form einer Privatplatzierung unter Ausschluss der Bezugsrechte bei einigen qualifizierten Investoren zu (94,95 Prozent). Und zum anderen genehmigten sie eine ordentlichen Kapitalerhöhung über ein Bezugsrechtsangebot an bestehende Aktionäre (95,98 Prozent).

Thiam weibelte für Frischgeld

Vor der Abstimmung hat Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam an der ausserordentlichen Generalversammlung die geplante Kapitalerhöhung als unerlässlich bezeichnet. In der Vergangenheit sei man von der schwachen Kapitalbasis oft gebremst worden.

Es war der erste Auftritt Thiams vor den streitlustigen Kleinaktionären. Er begann seine Rede auf Deutsch, wechselte dann aber in seine Muttersprache Französisch, in der er den Aktionären die Gründe für die zwei Kapitalerhöhungen darlegte, denen die Aktionäre zustimmen sollen.

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Von entscheidender Bedeutung

«Seit meinem Amtsantritt musste ich von unseren Teams in Asien und auch in anderen Region mehr als einmal hören, dass unsere Kapitalausstattung uns daran gehindert hat, attraktive Geschäftsmöglichkeiten wahrzunehmen», sagte Thiam an der Generalversammlung in Bern.

Es sei für die Zukunft von entscheidender Bedeutung, über eine solide Kapitalbasis zu verfügen. Dieses Ziel wolle man nicht nur über die Kapitalerhöhung erreichen, sondern auch über interne Massnahmen wie tiefere Kapitalkosten im Investment Banking und Rückzüge aus kapitalintensiven Bereichen, deren Erträge volatil seien. Zudem sollen wie bereits angekündigt die Kosten gesenkt werden.

Über 6 Milliarden Franken

Die beiden Kapitalerhöhungen sollen der Grossbank insgesamt Erlöse von über 6 Milliarden Franken bringen. Damit soll das Kapitalpolster gestärkt und das Wachstum finanziert werden.

Die erste Kapitalspritze soll 1,32 Milliarden Franken bringen und erfolgt über den Verkauf neuer Namenaktien an ausgewählte Investoren. Den bestehenden Aktionären wird kein Bezugsrecht eingeräumt. Wegen des Verwässerungseffekts sind solche Kapitalerhöhungen ohne Bezugsrechte bei den Aktionären unbeliebt.

Stimmrechtsberater empfehlen ein Ja

Die zweite Kapitalerhöhung dürfte kaum umstritten sein: Sie soll bis zu 4,7 Milliarden Franken einbringen und erfolgt mit einem Bezugsrecht für die bisherigen Aktionäre. Pro Aktie, welche ein Aktionär am Freitag nach Börsenschluss hält, gibt es ein Bezugsrecht. 13 Bezugsrechte berechtigen zum Kauf von zwei neuen Namenaktien.

Stimmrechtsberater wie Ethos, ISS oder zRating empfehlen den Aktionären, beiden Kapitalspritzen zuzustimmen.

(sda/mbü/ama)