Die Schweizer Grossbank Credit Suisse verschärft nach einem durchwachsenen ersten Quartal ihren Sparkurs. Das Institut wolle nun bis 2018 mindestens 4,3 Milliarden Franken statt der bislang angekündigten 3,5 Milliarden Franken einsparen, teilte die Bank am Mittwoch mit.

Die Umsätze im Handelsgeschäft hätten sich im ersten Quartal weiterhin schwach entwickelt. Daher wolle die Bank den Umbau in diesem Bereich beschleunigen und dort 2000 Stellen abbauen. Von den bislang gruppenweit angekündigten Stellenstreichungen habe Credit Suisse 2800 umgesetzt.

6000 Jobs werden gestrichen

Bisher war von 4000 Jobs die Rede, die im Unternehmen wegfallen sollen. Jetzt ist die Zahl auf 6000 gestiegen. In der Schweiz werden nach Angaben vom Oktober 1600 von rund 17'000 Stellen gekürzt.

Mit dem zusätzlichen Sparprogramm soll die Kostenbasis bis 2018 unter 18 Milliarden Franken gedrückt werden. Für das laufende Jahr will die Bank die Kosten um 1,7 Milliarden Franken senken, wie sie mitteilte.

«Näher an die raue Marktrealität»

CEO Tidjane Thiam, der im Oktober den Strategiewechsel präsentierte, kämpft damit, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. «Als wir im Februar die Ergebnisse des vierten Quartals präsentiert haben, gaben wir an, dass wir unsere Pläne weiterentwickeln, um den Herausforderungen zu begegnen», sagte er laut Mitteilung von Credit Suisse. Heute präsentieren wir die Ergebnisse dieser Analysen.»

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Eine erste Reaktion ist verahlten positiv. «Die heute angekündigten Massnahmen beinhalten vieles von dem, was bereits im Herbst erwartet worden wäre», schreibt Andreas Brun von der Zürcher Kantonalbank. «Insofern sind die Planungen nun näher an die raue Marktrealität gerückt.» Die Credit Suisse können wahrscheinlich etwas Boden an der Börse gut machen, so die Einschätzung. Es bleibe aber der Eindruck einer Dauerbaustelle.

Aktienkurs um 34 Prozent eingebrochen

Der Umbau der Bank erfolgt, um die Profitabilität zu erhöhen und den strengeren Eigenkapitalvorschriften nachzukommen. Das Vermögensverwaltungsgeschäft habe sich zum Jahresbeginn gut entwickelt. Der Aktienkurs der Bank ist dieses Jahr jedoch um 34 Prozent eingebrochen.

(reuters/bloomberg/sda/me/hon)