Anders als im vergangenen Jahr gibt die Credit Suisse die Entwicklung der Boni nicht schon mit der Publikation der Bilanzzahlen bekannt. Klarheit bringt erst der Geschäftsbericht, der im März nach der Abstimmung über die «Abzocker»-Initiative publiziert wird.

Die Grossbank teilte lediglich mit, der 2012 geleistete Aufwand für Vergütungen sei um 4,8 Prozent auf 10,9 Milliarden Franken gesunken. Darin sind neben den Boni auch die Grundlöhne enthalten. Gedrückt wurde der Aufwand allein schon durch den Abbau von 2300 Arbeitsplätze auf noch 47'400 Vollzeitstellen (-4,6 Prozent).

Bei der Bilanzmedienkonferenz im Februar letzten Jahres hatte die Credit Suisse bekannt gegeben, nach dem Gewinneinbruch 2011 würden die Boni für die Mitarbeiter gruppenweit um 41 Prozent gekürzt, die Konzernleitung erhalte gar 57 Prozent weniger Boni. So fiel die Entschädigung für Konzernchef Brady Dougan von 12,8 Millionen Franken im Jahr 2010 auf noch 5,8 Millionen Franken im Jahr 2011.

Anzeige

«Eher für den Gegenvorschlag»

Dougan erklärte nun vor Journalisten, die neuesten Vergütungszahlen würden im Geschäftsbericht am 22. März detailliert ausgewiesen. Zu der am 3. März anstehenden Eidgenössischen Abstimmung sagte er, «wir sind eher für den Gegenvorschlag» als für die Abzockerinitiative.

Er hoffe, dass die Schweiz ihre Politik zugunsten einer sehr kompetitiven Wirtschaft fortführe. Dougan verwies darauf, dass die Credit Suisse bereits die Generalversammlung über den Vergütungsbericht konsultativ abstimmen lasse. Zudem seien die Boni an die Entwicklung der Bank gekoppelt.

Ungelöster US-Steuerstreit

Keine Neuigkeiten gab es in Sachen Steuerstreit mit den USA, für den die Credit Suisse bereits im dritten Quartal 2011 eine Rückstellung von 325 Millionen Dollar gebildet hatte. Bei der Libor-Affäre rechnet die Grossbank weiterhin nicht mit einer materiellen Belastung.

Nach einem Übergangsjahr sei die Credit Suisse sehr gut aufgestellt, um ihre Ziele zu erreichen: «Wir sind zuversichtlich, dass wir über den Zyklus unser Ziel einer Eigenkapitalrendite von über 15 Prozent erreichen», sagte Dougan. Die Ergebnisse für das vierte Quartal bezeichnete er als solide.

Die Bank habe ihre Risiken markant zurückgefahren, die Kapitalbasis gestärkt und werde als eine der ersten die schärferen Basel-III-Auflagen erfüllen.

Dennoch will Dougan die Kosteneinsparungen bis Ende 2014 von 4,0 auf 4,4 Milliarden Franken erhöhen. Inwiefern dies einen Stellenabbau nach sich zieht, lasse sich nicht direkt sagen. Auch in der Schweiz gebe es derzeit offene Stellen, in anderen Bereichen hingegen werde abgebaut. Ziel seien effizientere Abläufe und Systeme.

(vst/chb/sda)

Credit-Suisse-Zahlen: Das sagen die Analysten

Anzeige