Die Grossbank Credit Suisse soll das zweite Quartal mit Gewinn abschliessen. Zudem sollen die beiden Grossaktionäre Quatar Holding und Olayan Group Hand für Kapitalmassnahme bieten wollen. Weiter stehe auch die künftige Ausrichtung der Grossbank zur Debatte, wie der «Tages-Anzeiger» auf der Basis von Informationen aus einer Verwaltungsratssitzung der Credit Suisse am vergangenen Freitag schreibt.

Bei der Ertragskraft ist es gemäss «Tages-Anzeiger» so, dass die Credit Suisse schwarze Zahlen schreibt, sowohl auf Konzernebene wie auch im Investmentbanking. Die Tatsache, dass bereits Milliarden von risikoträchtigen Papieren verkauft wurden sowie die bereits erfolgten Sparmassnahmen, die 1,5 Mrd Franken an Kosten eliminieren, würden offenbar Früchte tragen. Grosse Gewinne seien im jetzigen Umfeld aber auch nicht angefallen, heisst es weiter.

Grundsätzlich positiv zu Kapitalmassnahmen

Weiter hätten sich die Verwaltungsräte Aziz R. D. Syriani und Bin Hamad J. J.Al Thani als Vertreter der beiden Grossaktionäre offenbar grundsätzlich positiv zu Kapitalmassnahmen geäussert und sollen Hand bieten. Gemäss dem «Tages-Anzeiger» geht es noch um die Konditionen.

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Denn erstens seien die nachrangigen Anleihen erst nächstes Jahr kündbar, und zweitens brächten die Cocos weniger Zins. Deshalb würden verschiedene Optionen geprüft, wie das Tauschgeschäft versüsst werden könnte und ob allenfalls auch eine Wandelanleihe wie 2008 in Frage käme. Ziel sei es, spätestens Ende Juli, bei der Präsentation der Zahlen für das zweite Quartal, eine Lösung aufzeigen zu können, heisst es weiter.

Grundsätzliche Neuausrichtung

Weiterer Diskussionspunkt sei die künftige Ausrichtung der Grossbank gewesen. Kurzfristig seien zwar keine grossen Änderungen möglich. Auch ein Sparprogramm laufe bereits. Doch eine starke Fraktion im Verwaltungsrat will laut «Tages-Anzeiger» eine grundsätzliche Neuausrichtung: Nicht mehr grosse Risiken mit möglichst wenig Eigenkapital soll die Losung sein, sondern eine nochmals deutlich verkleinerte Investmentbank.

Das wäre ein Paradigmenwechsel, den noch nicht alle Verwaltungsräte mitmachen wollen, so das Blatt weiter. Aber selbst der ehemalige VR-Präsident Walter Kielholz soll nach schmerzlichen Erfahrungen bei der Credit Suisse und der Swiss Re zur Erkenntnis gelangt sein, dass es mehr Eigenkapital brauche, heisst es weiter.

CS-Präsident Rohner habe seine Meinung schon länger geändert, und auch die neu gewählten Schweizer Verwaltungsräte Jean-Daniel Gerber und Iris Bohnet seien dieser Fraktion zuzurechnen. Noch sind laut «Tages-Anzeiger» in dieser Frage keine Beschlüsse gefasst, noch gebe es einen Richtungsstreit, aber vieles sei auf dem Prüfstand und soll an den nächsten VR-Sitzungen diskutiert werden.

(laf/aho/awp)