Die Schifffahrt steckt weltweit seit vier Jahren in der Krise. Immer mehr Banken lassen Schiffe gerichtlich einziehen, um Kredite abzusichern, die sie Schifffahrtsgesellschaften liehen. Vielen steht heute das Wasser bis zum Hals.

So etwa Singapurs Dongfang Shipbuilding: Dort liess die Credit Suisse zusammen mit einer Gruppe chinesischer Banken laut Reuters sieben Tanker einziehen, um einen offenen Betrag im Wert von 250 Millionen Dollar von Dongfang einzukassieren. Dies war möglich, nachdem das höchste Gericht Singapurs ein entsprechendes Urteil fällte.

Credit Suisse trifft sich wegen weiteren Schiffen auch diese Woche wieder vor den höchsten Richtern. Es geht um den Tanker «Mount Tianzhu» und die «MV Arcadia».

Geldgeber der internationalen Schifffahrt, darunter etliche europäische Banken, ziehen die Zügel immer enger an, um den strengeren Kapitalvorschriften zu genügen. Riskante Kredite in der Schifffahrt gilt es loszuwerden. Denn im Zuge der Schifffahrtskrise haben viele Tanker inzwischen weniger Wert, als die ausstehenden Kredite an die jeweiligen Betreiberfirmen.

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Einige Kreditgeber lassen Tanker von konkursiten Firmen aber über Drittunternehmen betreiben. Denn ein Verkauf der Schiffe wäre mit gewaltigen Preisabschlägen verbunden.

(chb)