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Kapitalpuffer
Credit Suisse plant offenbar Kapitalerhöhung

Credit Suisse: Die Grossbank plant offenbar eine Kapitalerhöhung. Keystone

Die Grossbank plant einem Bericht zufolge eine Kapitalerhöhung. Grund sollen die hohen Kosten für den Konzern-Umbau und die Anforderungen bei den Kapitalregeln sein. Die Aktie rauscht in den Keller.

Veröffentlicht am 08.10.2015

In Nullkommanichts sind die CS-Aktien am Donnerstag ans SMI-Ende durchgereicht worden. Der Grund ist ein Bericht der «Financial Times» über eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Mit den Mitteln wolle die Grossbank Verluste abfedern, die durch den geplanten Umbau des Konzerns entstehen dürften.

Zudem werde die Bank höhere Kapitalpuffer brauchen, um den verschärften Anforderungen bei den Kapitalregeln gerecht zu werden, heisst es in dem Bericht der britischen Zeitung. Und den Mitbewerber Julius Bär will die CS nicht kaufen.

Grösster Verlierer unter den Blue Chips

Die Aktien sackten direkt mit Bekanntwerden der Gerüchte bis auf 23,26 Franken deutlich ab und stehen aktuell 3,5 Prozent tiefer bei 23,61 Franken. Sie sind damit der mit Abstand grösste Verlierer unter den Blue Chips. Julius Bär sind ebenfalls deutlich ins Minus gerutscht und notieren aktuell 0,7 prozent tiefer bei 47,70 Franken.

Die Aktien der CS hatten bereits im frühen Handelsverlauf unter den News von der Deutschen Bank gelitten, die mit einer Gewinnwarnung für Schlagzeiten sorgte. Im Verlauf des Vormittags hatte sich der Kurs jedoch vorübergehend wieder erholt.

Nervöse Marktreaktion

Von Händler heisst es in ersten Reaktionen, das Wort «substanziell» lasse mit Blick auf den 21. Oktober aufhorchen. An dem Tag will der neue CEO Tidjane Thiam die Ergebnisse einer strategischen Überprüfung vorstellen. Ausserdem, so ein Händler weiter, zeichne sich ab, dass die CS auch unter Thiam keinen radikalen Umbau anstrebe. Gerade in diesem Punkt hätten sich einige Analysten offenbar mehr erhofft.

Von einer weiteren Adresse heisst es, am Markt sei schon seit geraumer Zeit über notwendige Kapitalmassnahme in der europäischen Bankenlandschaft spekuliert worden. Zuletzt hätten viele Marktteilnehmer die Deutsche Bank als möglichen Kandidaten auf dem Plan gehabt. «Nun aber kommt der erste Aspirant aus einer ganz anderen Ecke und die Credit Suisse hatten nicht viele Marktteilnehmer auf ihrer Agenda für einen solchen Schritt», erklärt der Marktteilnehmer. Entsprechend nervös falle die Marktreaktion aus.

(awp/dbe/ama)

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