Die rund 48 000 Mitarbeiter der Credit Suisse müssen für das abgelaufene Jahr mit einer deutlich tieferen Bonus rechnen. Wie Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» ergeben haben, wird der Bonustopf – also die zugeteilten variablen Gesamtvergütungen – fürs Geschäftsjahr 2012 um 20 Prozent gekürzt.

Darin eingeschlossen sind auch die variablen Saläre der obersten Hierarchiestufen. Statt 2,9 Milliarden Franken wie im letzten Jahr erhalten die Mitarbeiter noch 2,3 Milliarden Franken, zugeteilt in Form von sofort verfügbarem Bargeld sowie aufgeschobenen Aktien oder anderen Wertschriften.

Wie dramatisch der Einbruch bei den Banker-Boni ist, zeigt sich im Vergleich mit den letzten vier Jahren. Noch 2009 speiste die zweitgrösste Bank der Schweiz den Bonustopf mit knapp 7 Milliarden Franken – das dreifache dessen, was jetzt fürs abgelaufene Jahr erwartet wird.

In der Abteilung Privatbank, die 14 000 Beschäftigte zählt, werden gemäss gut unterrichteten «Sonntag»-Quellen lediglich 400 bis 500 Millionen ausgeschüttet. Das sind pro Mitarbeiter 28 000 Franken.

Auch Kürzungen für 2013

Es sei davon auszugehen, dass die Bank für das Jahr 2013 Boni-Zahlungen nochmals in der Grössenordnung von 20 Prozent senken werde, schreibt der «Sonntag» weiter. Die Ausschüttungen dürften dann noch auf 1,8 Milliarden Franken zu liegen kommen.

Erstmals würden dieses Jahr auch die Grundgehälter zum Thema, nachdem die Bank diese in den letzten Jahren teilweise erhöht hatte. Konzernchef Brady Dougan versuchte bereits letztes Jahr, die Fixlöhne zu drücken. Er scheiterte jedoch am Widerstand in der Belegschaft.

Dougan selbst wirkt gemäss «Der Sonntag» wenig glaubwürdig, wenn er beim Personal tiefere Fixlöhne durchsetzen will. Im März 2010 habe der Amerikaner einen Sonderbonus von 90 Millionen Franken bezogen.

(aho)