Die Credit Suisse plant Zukäufe und hat vor, in den nächsten Jahren in der Schweiz rund 400 Millionen Dollar zu investieren. Das geht aus Äusserungen von CEO Tidjane Thiam und dem Verwaltungsratsvorsitzenden Urs Rohner in Interviews mit lokalen Medien hervor.

Die Grossbank aus Zürich hatte in der vergangenen Woche bereits einen Strategiewechsel angekündigt. Der Schwerpunkt soll künftig auf der Vermögensverwaltung liegen, während das Investmentbankengeschäft an zweiter Stelle steht.

Expansion in Genf

Die Bank habe in den letzten Jahren zu wenig investiert und dem Heimatmarkt Schweiz nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt, sagte Thiam in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung. Der geplante Börsengang der Schweizer Sparte werde die Bekanntheit steigern und Mittel für Akquisitionen bringen, erklärte Tiam in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung «Finanz und Wirtschaft.»

Gegenüber der Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche» sagte der CEO, die Bank werde in Genf und in der französischsprachigen Schweiz expandieren. Dabei werde Credit Suisse als Kaufziele Privatbanken anvisieren, die aufgrund der strengeren Regulierung und dem Ende des Bankgeheimnisses unter Druck seien.

2015 ein «gutes Jahr»

Die Äusserungen von Thiam und Rohner mit Blick auf das Schweizer Geschäft zeigen, dass sie diesen Markt als wichtigen Treiber für Gewinn und Wachstum bewerten - auch wenn die Bank etwa 1600 Arbeitsplätze oder zehn Prozent der Mitarbeiterzahl in der Schweiz abbauen will und das Schweizer Bankgeheimnis ausgehöhlt wird. Während einerseits die Kosten um 3,5 Milliarden Franken gesenkt werden sollen, will die Bank andererseits 1,5 Milliarden Franken investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

«Für ein Unternehmen ist die Wettbewerbsfähigkeit wie die Atemluft für einen Menschen», sagte Thiam gegenüber Le Matin Dimanche.

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Wegen der Restrukturierungskosten und Abschreibungen dürfte 2015 ein schlechtes Jahr für Credit Suisse werden, aber für 2016 und 2017 zeichneten sich Verbesserungen ab, und 2018 sollte Thiam zufolge «ein gutes Jahr» werden.

Ausbau in Asien

Unterdessen sagte Rohner gegenüber dem Schweizer Radio SRF1, die Bank werde 400 Millionen Franken in der Schweiz investieren und er gehe davon aus, dass die Bankenbranche des Landes wachsen werde. Credit Suisse werde das Fondsmanagement für kleinere Banken übernehmen, die mit der strengeren Regulierung zu kämpfen hätten, sagte er weiter.

Im Zuge des geplanten Umbaus wird Credit Suisse darüber hinaus die Dienstleistungen im Bereich Vermögensverwaltung in Asien ausbauen. Dabei wird die Bank ihr Budget für Risikomanagement in der Region erhöhen und 97 Mitarbeiter für die Sparte anheuern, sagte Thiam gegenüber Le Matin Dimanche.

(bloomberg/dbe/hon)