Die Grossbank Credit Suisse unterstreicht ihren Aktionären gegenüber die Bemühungen zur Lösung des Steuerstreits in den USA. Dauer und Ausgang blieben aber weiterhin im Ungewissen, schreiben Verwaltungsratspräsident Urs Rohner und Konzernchef Brady Dougan im veröffentlichten Quartalsbericht.

Die Bank arbeite hart daran, ihre juristischen Angelegenheiten in den USA ins Reine zu bringen. Dabei verweist das Führungsduo auf im ersten Quartal erledigte Fälle.

Trotz Vergleichen: Wieder vermehrt unter Druck

So erzielte die Bank im März mit der Federal Housing Finance Agency einen Vergleich. Mit 885 Millionen Dollar begleicht das Finanzinstitut Ansprüche im Zusammenhang mit umstrittenen Hypothekengeschäften. Nach CS-Angaben war das ihr grösster Rechtsfall im US-Hypothekargeschäft.

Im Februar schloss die CS mit der US-Börsenaufsicht SEC einen weiteren Vergleich, mit dem die Bank wegen unerlaubter Dienstleistungen für US-Kunden 196 Millionen Dollar Busse zahlt. Im ersten Quartal setzte die CS gemäss Geschäftsbericht Rückstellungen von 107 Millionen Franken für Rechtsstreitigkeiten an.

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Anfang April gab die Bank bekannt, dass wegen des Steuerstreits die finanziellen Vorkehrungen um 425 Millionen auf 720 Millionen Franken erhöht worden seien. Insgesamt hat die CS für Rechtsstreitigkeiten Rückstellungen in Höhe von 900 Millionen Franken getätigt.

Die Credit Suisse gerät im Steuerstreit mit den USA in letzter Zeit vermehrt unter politischen Druck. Ein Untersuchungsausschuss des amerikanischen Senats wirft der Bank vor, US-Kunden aktiv bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Dougan und drei seiner Mitarbeiter mussten Ende Februar zu einer Anhörung im Senat antraben.

Besonders Druck macht der demokratische Senator Carl Levin. Der als erbitterter Feind aller Steueroasen profilierte Politiker monierte, die US-Steuerbehörden hätten von der CS bloss die Namen zu 238 von insgesamt 22'000 Konten erhalten. Das Justizministerium müsse härter gegen die Schweiz vorgehen.

US-Medien hatten in den vergangenen Tagen gemeldet, US-Staatsanwälte wollten mit Strafklagen gegen die Credit Suisse vorgehen. Bestätigt wurde das seitens der Bank nicht. Käme es aber dazu, würde die Lage heikel. Im Fall der Bank Wegelin bedeutete der Schritt das Todesurteil. Die Bank musste ihr Nicht-US-Geschäft unter diesem Druck an die Raiffeisen-Gruppe verkaufen.

(sda/chb)