Die Credit Suisse wird keine Analysen mit Schätzungen für die Finanzergebnisse von Unternehmen in Japan mehr veröffentlichen. Zuvor hatte die Wertpapieraufsicht festgestellt, dass Analysten der Bank unzulässigerweise Informationen über ein Unternehmensergebnis weitergegeben hatten.

Grossbank werde ihren Analysten nicht mehr erlauben, Unternehmen zu Informationszwecken besuchen, bevor diese ihre Ergebnisse veröffentlicht haben, sagte Sprecherin Haruko Fukushima in Tokio, ohne dies zu begründen. Zudem habe die Bank nicht vor, in diesem Monat eine Investorenkonferenz zu veranstalten. Üblicherweise fand diese zweimal jährlich im April und Oktober vor der Berichtssaison statt. Dabei wurden die Analysen der Bank zu den zu erwartenden Ergebnissen für zwölf Branchen vorgestellt.

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Börsenaufsicht empfiehlt Strafe

Die Börsen- und Wertpapieraufsicht (SESC) hatte am Freitag empfohlen, dass die Financial Services Agency die japanische Brokersparte von Credit Suisse bestraft. Nach Angaben der SESC hatte ein Analyst nicht öffentliche Informationen über die Gewinnprognose eines Unternehmens durchsickern lassen.

Er soll demnach die Informationen im vergangenen Jahr an einen Kollegen aus dem Verkaufsbereich und an mindestens einen Kunden weitergegeben haben. Der Verkaufsmitarbeiter habe dann mindestens 33 Kunden angesprochen und angeregt, die Aktien des betreffenden Unternehmens zu kaufen.

Auch Deutsche Bank wurde bestraft

Credit Suisse erklärte am Freitag, die Bank nehme die Empfehlung der SESC ernst und werde ihre internen Kontrollen verstärken. Die japanische Finanzaufsicht befasst sich damit, wie Firmeninformationen zu behandeln sind, die noch nicht veröffentlicht sind. Angestrebt wird ein fairer Zugang für alle Investoren. Ein Beratungsgremium der Finanzaufsicht studiert einen Vorschlag für eine Regel über faire Offenlegung von nicht-öffentlichen Unternehmensinformationen.

Im letzten Dezember hatte die Behörde die japanische Brokersparte der Deutschen Bank angewiesen, ihre Compliance zu verbessern, nachdem Informationen über das Ergebnis eines Unternehmens durchgesickert waren.

(bloomberg/mbü/ama)