Milliardenzukauf in der Baustoffindustrie: Der irische Baustoff-Hersteller CRH will für Teile des Zementgeschäfts der Konkurrenten Holcim und Lafarge 6,5 Milliarden Euro auf den Tisch legen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag berichtete. CRH habe sich im Verbund mit dem Finanzinvestor KKR gegen andere Bieter durchgesetzt und werde den Zuschlag bekommen, hiess es unter Berufung auf gut informierte Kreise weiter. CRH wolle die Übernahme unter anderem mit Barmitteln und neuen Schulden stemmen.

Holcim und Lafarge wollen miteinander fusionieren und müssen sich dafür aber von Teilen ihres Geschäfts trennen. Die EU-Kommission hatte den Deal nur der Bedingung genehmigt, dass die beiden Unternehmen Bereiche in Deutschland und Europa abstossen. Nach der Fusion soll das Europa-Geschäft von LafargeHolcim deutlich verkleinert werden und nur noch rund 20 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen.

Fusionsfirma wird dennoch grösster Zementhersteller

Durch den Zusammenschluss von Holcim und Lafarge entsteht dennoch auf einem international boomenden Markt der weltweit grösste Zementhersteller mit Niederlassungen in rund 90 Ländern. Derzeit erwirtschaften beide Unternehmen zusammen mit etwa 136'000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 31 Milliarden Euro.

Der jetzige Kaufinteressent CRH wiederum hat sich erst im Dezember von seinem Dachziegelgeschäft getrennt. Der Unternehmenswert soll bei insgesamt 414 Millionen Pfund liegen. Ausserdem will CRH noch Immobilien mit einem geschätzten Wert von 30 Millionen Pfund zu einem späteren Zeitpunkt veräussern.

(awp/gku)