Auch die UBS-Papiere legten zu, wenn auch mit 1,5 Prozent etwas weniger. Händler sprachen vor allem von einer technischen Erholung nach den Verlusten am Vortag.

Am Donnerstag hatte die CS-Aktie einen Kurssturz von über 10 Prozent erlitten. Grund waren die Aussagen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in ihrem Bericht zur Finanzstabilität über die Eigenkapitalbasis der Schweizer Grossbanken.

CS und UBS seien für den Fall einer dramatischen Ausweitung der Euro-Krise unterkapitalisiert, insbesondere die CS müsse ihre Widerstandsfähigkeit noch in diesem Jahr verbessern.

Analysten der Bank Notenstein führen den starken Verlust der CS-Aktie aber nicht nur auf den SNB-Bericht zurück. Es handle sich um eine eine Kombination aus verschiedenen Faktoren, welche die Geduld der Anleger zum Bersten gebracht habe. So habe bereits am Montag die Ratingagentur Moody's die Banken kritisiert und von möglicher Abstufung um bis zu drei Stufen gesprochen.

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Am Tag darauf habe dann die französische Bank Société Générale im Rahmen einer Studie zum Bankensektor die CS-Papiere zum Verkauf empfohlen. Dann sei am Donnerstag die SNB mit ihren Aussagen gekommen, was womöglich den Geduldsfaden der Anleger überstrapaziert habe.

Berichte über Insidergeschäfte

Die SNB hatte ihren Bericht über die Finanzstabilität am Montag, wie in früheren Jahren auch, angesichts des komplexen Inhalts vor Journalisten erläutert und an interessierte Kreise verschickt - versehen mit der Sperrfrist Donnerstag, 10 Uhr.

Die SNB-Führung zeigte sich am Donnerstag überrascht darüber, dass der Markt so stark auf den Bericht reagiere, denn er basiere nur auf öffentlich zugänglichen Daten und er betone, die grundsätzliche Lage der Schweizer Grossbanken sei gut.

Schon im letztjährigen Finanzbericht sei die Aussage enthalten, dass bei beiden Grossbanken ein weiterer Aufbau von verlustabsorbierendem Kapital notwendig sei, erklärte ein SNB-Sprecher am Freitag. Dennoch wolle die SNB ihre Praxis der Vorinformation überprüfen.

Dennoch haben möglicherweise einige Anleger gemäss Medienberichten vom Freitag einen Wissensvorsprung für Wetten auf einen Kurszerfall nutzen können und sind sogenannte Verkaufsoptionen (Put-Optionen) eingegangen. Mit diesem Instrument kann ein Inhaber Aktien zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis verkaufen. Fällt die Aktie, steigt der Kurs der Option und verdient der Inhaber Geld.

Das Volumen der Put-Optionen auf CS-Aktien mit einem Ausübungspreis von 19 Franken war bereits am Montag gestiegen. Die Woche davor wurde die Verkaufsoption kaum nachgefragt. Die Schweizer Börse SIX wollte sich am Freitag nicht dazu äussern, ob sie eine Untersuchung in diesem Zusammenhang startet.

(chb/sda)