Für den neuen Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, ist im Rahmen der neuen Strategie der Bank das Wachstum von zentraler Bedeutung. Die CS müsse sich zuerst neue Ertragsquellen erschliessen, bevor weiteres Kapital aus der Investmentbank befreit und der Vermögensverwaltung zur Verfügung gestellt werden könne, sagte Thiam im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft». Die Credit Suisse könne nur über Wachstum aus dem Dilemma finden.

Dabei will Thiam die CS zu einer führenden Privatbank mit starken Fertigkeiten im Investment Banking machen. «Das Investment Banking steht an zweiter Stelle. Es ist klar Zubringer für die Vermögensverwaltung.» Vom Schweizer Geschäft zeigt sich Thiam «am allermeisten begeistert». «Es bietet mit die grössten Chancen der Story. Den Wert von Asien kennen alle.» Neuinvestitionen für Wachstum sollen im internationalen Wealth Management, in Asien und der Schweizer Universalbank fliessen.

Zuerst Haus in Ordnung bringen

Akquisitionen seien vorerst nicht vorgesehen, hält Thiam im Interview weiter fest. «Wir müssen erst die Bewertung des Unternehmens stärken, und dann sehen wir, was die Zukunft bringt.» Und spätestens im Jahr 2017 will die CS die Aktiendividende aufgeben und zur Bardividende übergehen, verspricht der CS-CEO.

Ratingagentur hebt Daumen

Die Ratingagentur Fitch hat den Ausblick für das Schweizer Geschäft der Credit Suisse und für die Credit Suisse New York von «stabil» auf «positiv» erhöht. Gleichzeitig bekräftigte die Agentur im Anschluss an das am Mittwoch vorgestellte Strategie-Update die Ratings für sämtliche CS-Einheiten.

Demnach bleiben das Langfrist-Rating (Long-term Issuer Default Rating, IDR) und das Viability Rating (VR) der Credit Suisse AG bei «A» beziehungsweise «a», wie es in der Mitteilung heisst.

Die von der CS geplanten Kapitalmassnahmen sowie die im Rahmen der neuen vom Bundesrat festgelegten Kapitalregeln seien mit Blick auf die Kreditkennzahlen der CS positiv zu werten, begründet Fitch. Das IDR-Rating für die Credit Suisse Gruppe belässt Fitch auf «A» mit Ausblick «stabil» und das kurzfristige IDR auf «F1».

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(awp/chb)