Letztes Jahr wandelte die CS-Führung Bargeld-Ansprüche aus einem Bonusprogramm in Aktien um. Der Entscheid, der von CS-Chef Brady Dougan ausging, erwies sich gemäss der Zeitung «Schweiz am Sonntag» als goldrichtig.

Der Ausgabekurs wurde zu einem Vorzugskurs von 16.29 Franken pro Aktie definiert. Wie sich im Rückblick zeigt, war dies ein perfektes Timing. Den absoluten Tiefkurs erreichte die CS-Aktie am 2. August mit 16.01 Franken. Tiefer sank sie nie mehr. Im Gegenteil: Das Papier gewann wieder das Vertrauen der Anleger, der Kurs startete durch.

Aktueller Wert über 15 Millionen Franken

Letzten Freitag schloss sie mit 28.60 Franken – nahezu beim Höchst der letzten zwei Jahre. Dougan machte in einem Jahr eine Rendite von 75 Prozent. Wie aus dem Geschäftsbericht 2012 hervorgeht, bezog der Spitzenbanker über eine halbe Million Aktienansprüche. Diese hatten beim Tausch einen Wert von 8,9 Millionen Franken. Beim heutigen Kurs ist das Aktienpaket bereits über 15 Millionen Franken wert. Der Kursgewinn beträgt somit über 6 Millionen Franken.

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Im Gegensatz zur Darstellung in der «Schweiz am Sonntag» seien solche Wertsteigerungen nicht steuerfrei, erklärt die Credit Suisse gegenüber handelszeitung.ch. «Die gesamten Einkünfte aus Aktienansprüchen unterliegen voll der Einkommenssteuer und Sozialabgaben, wenn sie ausbezahlt werden», heisst es.

Auch die weiteren sieben Geschäftsleitungsmitglieder machten beim einträglichen Wandelprogramm mit. Insgesamt beträgt ihr Buchgewinn gemäss heutigem Aktienkurs knapp 40 Millionen Franken. Brady Dougan setzt fast alles auf die CS-Aktie. Er besitzt per Anfang 2013 über 1,5 Millionen CS-Papiere und -Ansprüche. Vorausgesetzt, er hat im laufenden Jahr noch keine Aktien veräussert, beläuft sich der aktuelle Wert seines Credit-Suisse-Pakets auf knapp 45 Millionen Franken. Noch nie zuvor hat ein CS-Konzernchef derart viele CS-Aktien besessen, so die «Schweiz am Sonntag».

(jev/vst)