Obschon der Ruf nach seinem Rücktritt in letzter Zeit immer lauter wurde, hat Credit-Suisse-Chef Brady Dougan mit seiner Bank noch einiges im Sinn.

Brady Dougan hat noch viel vor mit der Credit Suisse (CS). «Was wir heute machen, soll uns helfen, eine der besten Banken zu werden», sagt der Chef der Bank im Interview mit der «Handelszeitung» und ergänzt: «Mir liegt nicht nur in beruflicher, sondern auch in persönlicher Hinsicht viel am Erfolg der Credit Suisse. Ich möchte die Ziele erreichen, für die wir heute so viele Anstrengungen unternehmen.»

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Hohe Eigenmittel, tiefere Risiken, ausgezeichnete Produkte und Dienstleistungen sowie eine ansprechende Aktienperformance – so stellt sich der Amerikaner die CS von morgen vor. «Wir haben schon viel mehr dafür gemacht als jede andere Bank.» Dass diese Anstrengungen noch nicht anerkannt würden, habe auch damit zu tun, dass die Credit Suisse über einen längeren Zeitraum noch konsistent gute Ergebnisse zeigen müsse. «Die ersten beiden Quartale 2012 mit einem Return von 12 Prozent sind ein guter Anfang», sagt Dougan weiter.

Über die Situation in Deutschland nach dem Informationsleck in Frankfurt, das den deutschen Behörden Tausende von vertraulichen Kundendaten einbrachte, zeigt sich Brady Dougan höchst besorgt. «Es ist sehr bedauerlich, und wir nehmen das sehr ernst. Wir stehen im Kontakt mit unseren Kunden und raten ihnen, ihre Steuersituation zu klären.» Trotz der schwierigen Situation ist der Ausstieg aus dem deutschen Markt für Brady Dougan keine Option: «Aus den Neugeldzuflüssen ziehe ich den Schluss, dass unsere Reputation trotz dieser Vorfälle intakt ist.»

Enttäuscht über Vorgehen der SNB

Die kürzliche Intervention der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die dazu führte, dass die CS ihr Eigenkapital auf einen Schlag massiv erhöhte, kam für Dougan «aus heiterem Himmel». «Wir waren enttäuscht über das Vorgehen der SNB», sagt er rückblickend. «Der Vorstoss war auch für den hiesigen Finanzplatz sicher nicht besonders förderlich.»

Mit Blick auf die neuen Kostenziele räumt Dougan ein: «Natürlich wird das Auswirkungen auf die Mitarbeiter haben. Wir setzen alles daran, dass die betroffenen Leute möglichst einen anderen Job innerhalb der Bank oder Branche finden.» Vorläufig gebe es im Zusammenhang mit den weiteren Einsparungen aber keine Zahl an abzubauenden Stellen. Zur Absicht, weitere Stellen zu streichen, sagt Dougan: «Es lässt sich sicher nicht ausschliessen.»

Lesen Sie das ganze Interview mit Brady Dougan in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.