Der Chef der Grossbank Credit Suisse wird am Mittwoch einem Unterausschuss des US-Senats zum Thema Steuerhinterziehung persönlich Rede und Antwort stehen. Begleitet wird Brady Dougan von seinem Chefjuristen Romeo Cerutti und den beiden Chefs des Privatbankgeschäfts, Hans-Ulrich Meister und Robert Shafir. Dies geht aus am Montag in den USA veröffentlichten Unterlagen hervor.

Credit Suisse gehört zu dem guten Dutzend Schweizer Banken, gegen die die US-Justizbehörden wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung für reiche Amerikaner ermitteln. Auch Vertreter des US-Justizministeriums sollen vor dem Ausschuss aussagen.

Strafzahlung könnte 800 Millionen Dollar betragen

Vor einigen Tagen war bereits bekannt geworden, dass es sich bei der am Mittwoch vorgeladenen Bank aller Wahrscheinlichkeit nach um die Credit Suisse handelt. Die Credit Suisse hatte sich dazu auf Nachfrage von handelszeitung.ch nicht äussern wollen. 

Die Grossbank soll demnach bereits einen Vergleich ausgehandelt haben, der eine Strafzahlung von 800 Millionen US-Dollar vorsähe, wie Bloomberg und CNN berichteten. Auch diese hohe Summe wäre eine vergleichsweise milde Strafe: Die Schweizer Grossbank soll demnach Kunden dabei geholfen, mindestens vier Milliarden Dollar (rund 3,6 Milliarden Franken) unversteuert auf Konten der Credit Suisse zu lagern.

Anzeige

Es gibt von Seiten von US-Abgeordneten auch Forderungen, nach denen die Strafzahlung mindestens die Hälfte der Schadenssumme betragen sollte. Das wären im Fall der Credit Suisse an die zwei Milliarden Dollar.

Zur Beilegung des US-Steuerstreits hat die Credit Suisse inzwischen 470 Millionen Franken an Rückstellungen getätigt. Gerade erst letzten Freitag hatte die US-Börsenaufsicht SEC der Grossbank eine Strafe von 196 Millionen Dollar aufgebrummt, weil sie Wertpapiergesetze verletzte. Die Credit Suisse hatte seit 2002 unregistrierte Broker-Dealer und Dienstleistungen bei der Anlageberatung für US-Kunden angeboten. Die Kundenberater verfügten jedoch nicht über die Zulassung der Börsenaufsicht. Die Bank ist laut SEC-Angaben erst Mitte 2013 aus diesem Geschäft ausgestiegen.

(me – mit Material von awp)