Das Investmentbanking hat der Credit Suisse (CS) im zweiten Quartal zu einem Gewinnsprung verholfen. Unter dem Strich konnte die Grossbank den Reingewinn auf 1,045 Milliarden Franken verbessern, nachdem sie vor einem Jahr lediglich 788 Millionen Franken verdient hatte.

Das Ergebnis hat die Erwartungen des Marktes leicht übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem Reingewinn von 1,015 Milliarden Franken gerechnet.

Damit hat die Credit Suisse im gesamten ersten Halbjahr unter dem Strich 2,348 Milliarden Franken Gewinn angehäuft, wie sie am Donnerstag in einem Communiqué bekanntgab. Das ist beinahe dreimal soviel wie im Vorjahr, als in den ersten sechs Monaten lediglich 832 Millionen Franken zusammengekommen waren.

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Im stark schwankungsanfälligen Investmentbanking, das der CS in der Vergangenheit auch schon böse Verluste eingebrockt hatte, konnte die zweitgrösste Schweizer Bank den Vorsteuergewinn diesmal von 314 Millionen auf 754 Millionen Franken mehr als verdoppeln. Deutlich stärker sprudelten die Gewinne aus dem Aktien- und Anleihenhandel sowie im Emissions- und Beratungsgeschäft.

Vermögensverwaltung solide

Das meiste Geld brachte im zweiten Quartal 2013 allerdings die Sparte Private Banking & Wealth Management ein, die die Vermögensverwaltung sowie das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft umfasst. Sie erzielte einen Vorsteuergewinn von 917 Millionen Franken. Das ist ein Rückgang im Vergleich zu den 977 Millionen Franken vor einem Jahr.

Zu Buche schlugen die Kosten von 100 Millionen Franken für das Quellensteuerabkommen mit Grossbritannien. Auf der anderen Seite hatte die CS im Vorjahr ihre Beteiligung an der britischen Fondsgesellschaft Aberdeen Asset Management verkauft, was einen einmaligen Gewinn in die Kasse gespült hatte.

Ohne diese beiden Effekte hätte die CS den Vorsteuergewinn von 870 auf 1,016 Milliarden Franken gesteigert, sagte Finanzchef David Mathers in einer Telefonkonferenz. Dazu beigetragen habe die hohe Kundenaktivität in den Monaten April und Mai, die im Juni aber nachgelassen habe.

Schuld seien die steigenden Zinsen, die zu einer höheren Volatilität am Markt geführt hätten. In der letzten Zeit gebe es allerdings Zeichen einer Stabilisierung in den grössten Märkten, sagte Mathers.

Mehr Neugelder als erwartet

Insgesamt konnte die Grossbank im zweiten Quartal per saldo Neugelder von 7,6 Milliarden Franken anziehen können. Das ist mehr als erwartet. Analysten hatten lediglich mit 6 Milliarden Franken gerechnet. Und es ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahresquartal, als netto lediglich 4,4 Milliarden Franken zur CS geflossen waren, wie Mathers sagte.

Starke Zuflüsse seien aus Schwellenländern und von superreichen Kunden gekommen. Westeuropäische Kunden hätten dagegen wie erwartet weiterhin Geld abgezogen, sagte Mathers.

Der Druck europäischer Länder auf Steuersünder hinterliess hier erneut Spuren. Insgesamt hatte die Grossbank Ende Juni 1297 Milliarden Franken an verwalteten Vermögen. Das ist etwas weniger als Ende März (1312 Milliarden Franken).

Fortschritte gemacht

Die CS habe ein solide Resultate im zweiten Quartal erzielt, die viel besser ausgefallen seien als vor einem Jahr, sagte Mathers.

Zudem habe die Bank grosse Fortschritte bei der Anpassung des Geschäftsmodells an die regulatorischen Anforderungen in der Schweiz gemacht, erklärte CS-Chef Brady Dougan. Die CS habe die risikogewichteten Aktiven unter den neuen Regulierungsvorschriften Basel III reduziert und sechs Monate früher als geplant die von der Gruppe per Ende 2013 angestrebte Reduktion auf 285 Milliarden Franken erreicht.

Die Bilanz inklusive Ausserbilanzpositionen sei in den letzten neun Monaten um 147 Milliarden Franken gesenkt worden. Die Reduktion der verbleibenden 70 Milliarden Franken bis Ende 2013 liege in Reichweite, erläuterte Dougan weiter.

(tno/sda)