1. Home
  2. Unternehmen
  3. CS-Ergebnis: Lob für das Investment Banking

Unternehmen

CS-Ergebnis: Lob für das Investment Banking

Die Aktien der Credit Suisse legen nach den Quartalszahlen zu. (Bild: tno)

Die Credit Suisse übertrifft mit ihren Zahlen zum dritten Quartal leicht die Erwartungen. Analysten äussern sich positiv zum Investment Banking. Weniger begeistert sind sie vom Wealth Management.

Veröffentlicht am 25.10.2012

Die Aktien der Credit Suisse sind wenig verändert und etwas volatil in den Donnerstaghandel gestartet, haben nach ein paar Handelsminuten aber eine klare Richtung gefunden - nach oben. Die Grossbank gab vorbörslich das Resultat zum dritten Quartal bekannt, das auf Gewinnstufe leicht über den Erwartungen lag. 

Die Bank hat ausserdem mögliche weitere Massnahmen zur Stärkung der Kapitalbasis sowie zusätzliche Kostensenkungsmassnahmen angekündigt. Positiv Erwähnung finden das Ergebnis im Investment Banking und die Kapitalmassnahmen. Gegen 11:45 Uhr notierte die CS-Aktie 2,1 Prozent höher bei 21,78 Franken, während der Gesamtmarkt (SMI) knapp im Minus steht.

Analysten äussern sich für einmal vor allem bezüglich Entwicklung der Sparte Investment Banking positiv, während die Kommentare zur Sparte Wealth Management verhalten ausfallen. Insgesamt ein positives Ergebnis, da die Investmentbank vom verbesserten Umfeld profitiert habe, so ein Kommentar der Bank Vontobel.

Geringere Kundenaktivität

Auch die Bank Sarasin spricht von starken Erträgen im Investmentbanking, vor allem im Bereich Anleihen. Und ein weiterer Analyst meinte, der Geschäftsbereich Fixed Income sei positiv aufgefallen. Enttäuschend sei indes die Entwicklung im Private Banking ausgefallen, wo der Nettoneugeld-Zufluss unter den Erwartungen geblieben sei, so der Analyst. Das Geschäft stehe unter starkem Druck, wie etwa die deutlich gesunkene Bruttomarge belege. Diese fiel im dritten Quartal auf 107 von 112 Basispunkte.

Die Bank Vontobel führt dies zurück auf geringere Kundenaktivität und entsprechend geringere Margen, abnehmende Kommissionserträge und Gebühren. Die annualisierte Wachstumsrate für das Neugeld sei mit 2,6 Prozent zudem etwas schwächer ausgefallen als in den Vorquartalen.

Fortschritte bei der Kapitalbasis

Positiv erwähnt werden dagegen auch die Fortschritte bei der Stärkung der Kapitalbasis. Die im Juli angekündigten Kapitalmassnahmen seien gut unterwegs, so etwas Sarasin, auch wenn die Bank bei gewissen Werten noch deutlich unter den meisten europäischen Banken liege.

Die Bank Vontobel will ihre Schätzungen erhöhen und hat das Kursziel für die Aktie von 21 Franken auf «Under Review» gesetzt. Sie hält aber am «Hold»-Rating fest. Auch Sarasin (Einstufung «Neutral») bleibt vorsichtig: Trotz der positiven Fakten aus dem dritten Quartal - der Gegenwind von der wirtschaftlichen und politischen Seite halte an, heisst es dort.

Investment Banking bringt hohe Kosten

Trotz des aktuellen Analysten-Lobes für das Investment Banking würde ein Ausstieg aus der riskanten Sparte den Schweizer Grossbanken viele Vorteile bieten, wie die «Handelszeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe zeigt.

Mit Blick auf verkleinerte Bilanzen, entlassenes Personal und geschlossene Geschäftsbereiche in den vergangenen zwölf Monaten bei UBS und CS sagt etwa ING-Analyst Albert Ploegh: «Selbst nach diesen Massnahmen operieren die Schweizer Banken auf einem historisch hohen Kosteniveau.» Kosten, die vom kapitalintensiven Geschäft und von den hohen Salären im Investment Banking herrühren.

 (tno/muv/awp)

Anzeige