Im Steuerstreit mit den US-Behörden droht der Credit Suisse nach Angaben von Insidern eine Gesamtstrafe von mehr als zwei Milliarden Dollar. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Sache vertrauten Personen erfuhr, fordert die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates New York von den Schweizern eine Zahlung von mehreren Hundert Millionen Dollar.

Die Regulierungsbehörden hätten die Verhandlungen mit der Summe von einer Milliarden Dollar eröffnet, sagte einer der Insider. Zwar dürfte die Credit Suisse diesen Betrag deutlich herunterhandeln können. Allerdings fordert das Justizministerium in Washington seinerseits früheren Angaben zufolge bis zu 1,6 Milliarden Dollar von der Schweizer Grossbank. Ein Credit-Suisse-Sprecher und Vertreter der zuständigen Regulierungsbehörde in New York lehnten eine Stellungnahme ab.

US-Justizministerium massiv in der Kritik

Die amerikanischen Behörden werfen der Credit Suisse und weiteren Schweizer Banken Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor. Lange Zeit sah es so aus, als ob das zweitgrösste Schweizer Institut nach der UBS mit einer Geldbusse davonkommen würde. Diesmal verlangen die Amerikaner nach Reuters-Informationen jedoch auch ein formelles Schuldeingeständnis.

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Zwar schreckten die Regulierungsbehörden in den vergangenen Jahren meist vor diesem Schritt zurück, weil die Auswirkungen schwer vorherzusagen sind. Das US-Justizministerium steht jedoch wegen dieser Praxis inzwischen massiv in der Kritik.

(reuters/vst/moh)