14:08 Uhr: Auch die KPMG macht ihren Job zur Zufriedenheit der Anteilseigner. Nach den letzten Abstimmungen erinnert Rohner daran, weder Abstimmungs- noch Simultanübersetzungsgeräte mitgehen zu lassen. Ausserdem sei die Parkberechtigung im Hallenstadion nur heute gültig.

14:05 Uhr: Auch der Neuzugang in den Verwaltungsrat der Credit Suisse ist bestätigt. Kai Nargolwala erhält die Zustimmung der Aktionäre.

13:59 Uhr: Nach einem letzten Votum von Aktionärsseite werden Noreen Doyle und Jassim Al Thani einzeln wiedergewählt. Letzterer vertritt im Verwaltungsrat der Credit Suisse die Qatar Investment Authority, welche von seiner Familie kontrolliert wird. Mit über 6 Prozent sind die Herrscher von Qatar die grössten Aktionäre der Grossbank.

Als Reaktion auf das letzte Votum des Aktionärs, dass schon 2014 die Amtszeit durch die Minder-Initiative auf ein Jahr beschränkt sein werde, versichert Rohner, man werde sich «sklavisch» an diese Vorschriften halten - aber erst wenn sie auch in Kraft seien.

13:49 Uhr: Als letztes Traktandum stehen Wahlen an. Drei Verwaltungsräte treten zurück. Diese sind Aziz Syriani, welcher die interne Alterslimite dieses Jahr erreicht, sowie Robert Benmosche und David Syz, welche nächstes Jahr das Höchstalter für Credit-Suisse-Verwaltungsräte erreicht.

13:42 Uhr: Urs Rohners Versprechen, diese Massnahme in Zukunft nicht wieder anzuwenden, hat gewirkt. Die Credit Suisse kann also zugunsten ihrer Mitarbeiter Aktien ausschütten. 75 Prozent der Aktionäre stimmen der Kapitalerhöhung zu - und folgen damit nicht der Empfehlung des Aktionärsberaters ISS.

13:40 Uhr: Der Knackpunkt der Versammlung ist erreicht. Die Credit Suisse will eine bedingte Kaptialerhöhung zur Entlöhnung der Mitarbeiter. Diese bedarf einer Zustimmung von mindestens 66 Prozent. Alle Aktionärsberater lehnen die Bestimmung ab - namentlich die Einflussreiche US-Firma ISS.

13:38 Uhr: Das genehmigte Kapital der Credit Suisse soll erhöht werden. Die Annahme dieses Traktandums mit über 92 Prozent erlaubt es der Bank, in den nächsten zwei Jahren nach Bedarf Aktien zu emitieren.

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13:34 Uhr: Die Verwendung des Bilanzgewinns wird von 99,5 Prozent gutgeheissen. Die Dividendenausschüttung in Form von Aktienbezugsrechten heissen ebenfalls 99,45 Prozent gut.

13:29 Uhr: Urs Rohner erläutert die Vorteile der Dividendenausschüttung in der Form von Aktien: Sie ist in der Schweiz für Privatpersonen steuerfrei und stärkt das Eigenkapital der Bank. Damit könne schneller die erforderliche Eigenkapitalquote erreicht werden und damit wieder Bargeld ausgeschüttet werden.

13:22 Uhr: Geschäftsleitung und Management werden für 2012 entlastet. Knapp über 95 Prozent stimmen auch hier mit dem Verwaltungsrat.

13:22 Uhr: Im Gegensatz zu den Monologen der Aktionäre ist die Zeit zur Abstimmung auf 10 Sekunden beschränkt. So geht es jetzt Schlag auf Schlag: Auch den Geschäftsbericht heissen 99 Prozent der Aktionäre gut.

13:19 Uhr: Nach beinahe 3 Stunden wird erstmals abgestimmt. Allerdings nur konsultativ. Den Vergütungsbericht der Credit Suisse heissen 87,98 Prozent der Aktionäre gut. Eine Ohrfeige wie sie Julus Bär kassiert hat, bleibt dem CS-Management erspart.

13:16 Uhr: Einmal mehr werden Dougans mangelnde Deutschkenntnisse kritisiert. Damit haben sich die Aktionäre alles Drängende von der Seele geredet - man schreitet zur Abstimmung.

13:11 Uhr: Der Vergleich mit Vasella sei «unangebracht», kontert Rohner. Brady Dougan arbeite ausserdem seit 23 Jahren für die Credit Suisse. Damit sei die Loyalität gegenüber der Bank mehr als genügend unter Beweis gestellt. Zur Beunruhigung über den Ausländeranteil im Aktionariat: 44 Prozent des Aktienkapitals werden von US-Amerikanern gehalten.

13:10 Uhr: Der Herr redet immer noch. Selbstverständlich ereifert auch er sich über die Saläre - und vergleicht Brady Dougan mit Daniel Vasella.

13:05 Uhr: Swissness scheint nicht nur beim Rechtssitz einer Bank wichtig. Beinahe alle Kleinaktionäre wundern sich darüber, dass ein Amerikaner eine Bank führt, welche das Wort «Suisse» im Namen trägt. Der aktuelle Redner widmet diesem Thema seinen gesamten Vortrag. Ausserdem dürfen wir erfahren, dass er 1970 die Fahrprüfung bestanden hat und dass ihn die Radarfallen und Baustellen auf dem Weg durch den Aargau im Weg standen.

12:59 Uhr: Auch wenn sie nicht gleicher Meinung sind, scheint Urs Rohner dem Hermann Struchen zugeneigt. «Wenn es Sie nicht gäbe, müssten wir Sie für unsere Generalversammlung erfinden», sagt er auf die Bemerkung, es sei schön, wenn einem die Hostessen am Eingang bereits mit Namen kennen.

12:57 Uhr: Derselbe Aktionär lehnt die Dividende in Form von Aktien ab. Das entspreche nur einer Verwässerung. Applaus erhält der Mann aber schliesslich nicht für seine Kritik, sondern für das Lob: Ihm gefällt der Christbaum auf dem Paradeplatz.

12:52 Uhr: Bestechende Logik bei Hermann Struchen aus Altstetten: «Wenn ein Angestellter (Robert Shafir, CEO Asset Management) mehr verdient als der CEO, muss das Vergütungssystem falsch sein.»

12:48 Uhr: Indirekte Kritik von Rohner an Goldman Sachs und anderen US-Banken. Diese hätten zwar auf den ersten Blick eine tiefere Leverage-Ratio - allerdings kämen Risiken abseits der Bilanz immer dann ans Licht, wenn die Bank in eine Krise komme. «Da steht die Credit Suisse besser da.»

12:41 Uhr: Urs Rohner glaubt an das Universalbanken-Modell. Die Bank appliziere ausserdem das EVA-Modell nicht. Wichtig sei ihm eine gerechte Verteilung des Überschusses, den die CS erarbeitet: Dieser soll letztlich etwa zur Hälfte den Angestellten und zur Hälfte den Aktionären zugute kommen.

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12:38 Uhr: Nicht nur die Eigenkapitalrendite stört diesen Aktionär. Auch das Risiko, welches die CS mit ihrer Investment Bank trägt, stösst ihm sauer auf. Deshalb verlangt er ein «Spin-Off» der Investment Bank an die Aktionäre. Ausserdem soll die Credit Suisse die Kennzahl des «Economic Value Added» (EVA) publizieren.

12:31 Uhr: Nach Roth spricht wieder ein klassischer Kleinaktionär. Dieser redet von einer «bedenklichen Unterkapitalisierung». Ausserdem will er den Gewinn an der Bilanzsumme gemessen sehen, nicht am Eigenkapital.

12:29 Uhr: Urs Rohner bezweifelt, dass David Roth aus Liebe zur Credit Suisse Aktionär geworden sei. Vielmehr sei das wohl eine gute Plattform, um für die 1:12-Initiative zu werben. Und der Präsident der CS sagt es deutlich: «Den Bonus-Bonus gibt es nicht.» Ausserdem seien die Saläre in den letzten 5 Jahren nicht gestiegen. «Ein kurzer Blick in die Geschäftsberichte hätte das gezeigt.»

12:27 Uhr: Roth stellt die Gretchenfrage: «Würden Sie, Brady Dougan, die CS verlassen, wenn Sie nur noch 700'000 Franken bekämen?»

12:24 Uhr: David Roth hinterfragt die Rechtfertigung des Millionensalärs von Brady Dougan in Frage. «Wenn ihre Freunde in der Politik solche Millionensaläre verteidigen, dann begründen sie das mit dem Erfolgsmodell Schweiz. Und sie liegen genauso falsch.» Immerhin seien die Löhne früher viel tiefer gewesen und trotzdem sei die Schweiz erfolgreich.

12:22 Uhr: Der letzte Kleinaktionär vor Juso-Präsident David Roth bittet um Anonymität. Im Gegensatz zu den Journalisten im Presseraum kann Urs Rohner ernst bleiben, während er den Aktionär an die Übertragung der Versammlung im Internet erinnert.

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12:15 Uhr: «Wo bleibt die Lex Koller für Schweizer Unternehmen? Wir haben das Tafelsilber längst ins Ausland verkauft.» Der nächste Redner macht sich sorgen um die ausländischen Investoren. Selbstverständlich lehnt auch er den Vergütungsbericht ab. Abgesehen davon macht er sich aber vor allem über die Sprachkenntnisse der Geschäftsleitung lustig.

12:11 Uhr: «Sie sind schuld, wenn die 1:12-Iniriative angenommen wird!» Aktionär Troxler bringt sein Anliegen in kurzen, klaren Sätzen auf den Punkt und verlangt die Ablehnung der bedingten Kapitalerhöhung.

12:05 Uhr: Urs Rohner bestätigt auf Nachfrage von Momo-Vizepräsident Werner Kallenberger, dass er den Geschäftsbericht tatsächlich gelesen hat. Ausserdem geht er tatsächlich auf die Vorwürfe des Redners ein und stellt unter Beweis, dass er von Ökonomie genug versteht, um dem Redner folgen zu können.

12:03 Uhr: Rohners Appell zu Beginn fiel offenbar auf taube Ohren. Bei keinem der bisherigen Redner reichte die Zeitlimite von 5 Minuten.

11:57 Uhr: Der Momo-Vertreter nimmt die Antworten der Geschäftsleitung vorweg: Er erwartet nicht, dass sie seine Fragen und Theorien «verstehen oder ohne Ausweichen beantworten» werden.

11:55 Uhr: Nach den Forderungen zugunsten der Umwelt kommt der Verein «Monetäre Modernisierung» zum Zug. Der Vertreter des Vereins «Momo» hat viele Fragen. So will er wissen wie viele Stunden die Geschäftsleitungsmitglieder 2012 gearbeitet haben.

11:50 Uhr: Der Chief Compliance Officer glaubt, anders als Actares, dass die CS genug tut, um diese Praktiken zu verhindern.

11:48 Uhr: Die Credit Suisse finanziert offenbar auch Kohletagebau, bei welchem ganze Berge weggesprengt werden. Der aktuelle Redner kritisiert das: «Wie kann ein Land, das seine Berge so sehr liebt, das Sprengen ganzer Berge anderswo finanzieren?» Namentlich, wo doch die CS in ihrem Nachhaltigkeitsbericht schreibt, sie unterstütze diese Praxis nicht.

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11:40 Uhr: Hauri bekräftigt im Namen von Actares die Empfehlung, den Vergütungsbericht abzulehnen.

11:35 Uhr: Hans Hauri von Actares äussert sich zur Nachhaltigkeit von Credit Suisse. Grundsätzlich spricht er der Bank Lob aus. Er kritisiert namentlich, dass die Credit Suisse nicht berücksichtigt, was für Auswirkungen sie auf das globale Klima hat.

11:34 Uhr: Die Anzahl vertretener Aktien wird bekannt gegeben. Insgesamt sind über 1 Milliarde Aktien vertreten. Der Organvertreter der Credit Suisse repräsentiert mit 131'444'671 Stimmen 13 Prozent des Aktienkapitals, die folglich bei allen Traktanden mit dem Verwaltungsrat stimmen werden. Beinahe 870 Millionen Aktien (86,57 Prozent) werden durch den unabhängigen Stimmrechtsvertreter Andreas Keller repräsentiert. Er hat für jede dieser Aktienstimmen eine schriftliche Anweisung bekommen. Bei ihm liegen also - wenn auch indirekt - die ganze Entscheidungsgewalt dieser Generalversammlung. Noch nie sei ein so grosser Teil der Aktienstimmen vertreten gewesen.

11: 29 Uhr: Die Credit Suisse legt grossen Wert darauf, alle anstehenden Regulierungen einzuhalten. Besonders die Manager in London seien davon betroffen.

11:25 Uhr: Zwar liegen die Vergütungen am oberen Rand, doch noch innerhalb des Üblichen, meint Rohner. Besonders hebt er hervor, dass die Vergütung noch langfristiger bestimmt werde. Nur eine weitere Bank habe weltweit ähnliche Konzepte eingeführt.

11:23 Uhr: Urs Rohner bedankt sich bei Brady Dougan für die Rede und spricht nun über einen der Kernpunkte - zumindest aus Sicht vieler Aktionäre - des Anlasses: den Vergütungsbericht.

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11:21 Uhr: Auch Nachhaltigkeit ist wichtig. So habe die Credit Suisse namentlich ihre Lohnpolitik verbessert.

11:14 Uhr: Keine falsche Bescheidenheit bei Brady Dougan. Sowohl die Strategie und Zahlen von 2012, als auch das erste Quartal 2013 seien voll zufriedenstellend. Besonders bei den Kapital- und Liquiditätsquoten übertreffe die Credit Suisse die Vorschriften.

11:09 Uhr: CEO Brady Dougan tritt ans Podium. Neben einer Zusammenfassung des Jahresresultats 2012 verspricht er den Aktionären «bedeutende Barausschüttungen».

11:07 Uhr: Auch der Staat ist gefordert, so Rohner zum Abschluss seiner Rede. Sei es der Marktzugang zur EU, die Abschaffung der Stempelsteuer oder die Unternehmenssteuern. Man müsse «alte Zöpfe abschneiden» und die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen.

11:02 Uhr: Der Minder-Initiative zum Trotz - der Finanzplatz Schweiz bleibt wettbewerbsfähig. Gerade die von den hiesigen Banken geforderte starke Kapitalbasis sei ein Vor- und keineswegs ein Nachteil, so der Präsident der Grossbank.

10:55 Uhr: Rohner äussert sich zu Politik und Regulierung. Wichtig sei, einen «neuen Konsens zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft» zu finden. Dies sei vor allem auch deshalb wichtig, da jeder sechste Bankangestellte in der Schweiz für die CS arbeite.

10:49 Uhr: Der Umbau des Geschäftsmodells hat sich gelohnt. Die CS sei eine der ersten Basel-III-konformen Banken der Welt gewesen. Besonders im Fixed-Income-Geschäft habe man das gebundene Kapital reduziert, so Rohner.

10:45 Uhr: «Die Strategie der Credit Suisse stützt sich auf drei Pfeiler.» Einer davon ist auch das Investmentbanking, welches Rohner so rechtfertigt: «Gerade in unserem Heimmarkt zeigt sich damit, wie wertvoll unser Angebot, inklusive Investment Banking, für unsere stark exponierten Unternehmenskunden ist.

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10:40 Uhr: Rohner spricht einen Grund an, weshalb die Empfehlung von ISS einen grossen Einfluss haben könnte. Für die Genehmigung einer bedingten Kapitalerhöhung reicht ein einfaches Mehr nicht. Damit reicht auch eine geringere Anzahl Nein-Stimmen, um die Pläne scheitern zu lassen.

10:38 Uhr: Obwohl der Aktionärsverein Actares die Credit Suisse für ihre mangelnde Nachhaltigkeit kritisiert, scheint das ein wichtiger Aspekt des Unternehmens zu sein. Immerhin weist Urs Rohner explizit auf die CO2-Zertifikate hin, welche die Emissionen der Generalversammlung decken, hin.

10:35 Uhr: Urs Rohner macht den Aktionären eine Freude gleich zu Beginn: Nach der GV gibt es einen Apéro. «Dieser beginnt aber erst nach Abschluss der Versammlung», mahnt der Präsident.

10:30 Uhr: Die Generalversammlung wird durch Verwaltungsratspräsident Urs Rohner eröffnet. Er stellt die Anwesenden Geschäftsleitungsmitglieder vor und erwähnt besonders Andreas Keller, den unabhängigen Stimmrechtsvertreter.

10:20 Uhr: Es geht los, bevor es los geht. Schon vor dem Eingang des Hallenstadions demonstrieren Jungsozialisten um den Präsidenten David Roth mit einem Büchsenwerfen für ihre 1:12-Initiative. Auch wenn sich die Demonstranten nicht über eine grosse Teilnehmerschaft freuen dürfen, ist ihnen Medienaufmerksamkeit gewiss - Auf der obersten Büchse ist das Gesicht von Brady Dougan abgebildet.

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Bevor es los geht: Ab heute 10:30 Uhr steht die Führungsequipe der Credit Suisse im Hallenstadion im Rampenlicht. An der heutigen Generalversammlung werden zwei Traktanden besonders viel zu Reden geben: Wie schon Julius Bär und Actelion wurde einerseits die Vergütungspolitik im Vorfeld stark kritisiert. Im Unterschied zu diesen beiden Unternehmen - welche von den Aktionären einen Denkzettel verpasst bekamen - empfehlen aber nicht alle Aktionärsberater den Vergütungsbericht der CS zur Ablehnung.

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Die Stiftung Ethos und der Verein Actares wollen auch bei der Credit Suisse dem Vergütungsbericht die Zustimmung verweigern. Das Unternehmen ISS (Institutional Shareholder Services) hingegen, welches bei Julius Bär das Zünglein an der Waage war, empfiehlt ein Ja.

Trotzdem könnte es für die Credit Suisse im Zusammenhang mit den Kaderlöhnen kritisch werden. Sowohl ISS als auch Ethos empfehlen ein Nein zur geplanten bedingten Kapitalerhöhung zwecks Entlöhnung der Mitarbeiter durch Aktien. Der wichtigste Unterschied zum Vergütungsbericht: Diese Abstimmung ist nicht bloss konsultativ.

Das Grund für die ablehnende Haltung von ISS: Die Aktionärsberater tolerieren keine Verwässerung der bestehenden Aktionäre von mehr als 5 Prozent. Sollte die Credit Suisse ihre geplanten Bonus-Aktien aber ausschütten dürfen, käme heuer insgesamt mehr als das zusammen.