Die Gläubigerversammlung der Biotechfirma Cytos hat mit grosser Mehrheit der Umwandlung von Wandelanleihen in Aktien zugestimmt. Damit kann das Unternehmen den drohenden Konkurs vorerst abwenden.

Cytos konnte die im Februar fälligen, nachrangigen Wandelanleihen nicht zurück zahlen. Sie schlug daher den Gläubigern vor, die Wandelanleihen in Aktien umzuwandeln. An der ausserordentlichen Gläubigerversammlung stimmten nun fast 84 Prozent der Stimmberechtigten für die Umwandlung. Damit erhielt das Vorhaben mehr als die erforderlichen Stimmen.

2 Millionen weniger Schulden

Damit das für die Umwandlung benötigte Aktienkapital geschaffen werden könne, werde Cytos zum gegebenen Zeitpunkt eine Generalversammlung einberufen. Diese könne mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden Stimmen die notwendige Kapitalerhöhung beschliessen, hiess es.

Das Unternehmen habe zudem Wandeldarlehen von nominal 2 Millionen Franken gegen nominal 4 Millionen Franken Wandelanleihen tauschen können. Wegen der Umwandlung der Wandelanleihen werde die verbleibende Verschuldung von Cytos damit um 2 Millionen Franken gesenkt, teilte das Unternehmen weiter mit.

Neue Lizenzvereinbarung

Als Aussicht für die künftigen Aktionäre hatte Cytos Anfang Januar mitgeteilt, dass mit der US-Biotechfirma Oncore Biopharma eine Lizenzvereinbarung geschlossen worden sei. Cytos erhoffe sich davon Ausschüttungen von maximal 402 Millionen Dollar. Die Lizenzvereinbarung tritt erst in Kraft, wenn die Wandelanleihen in Aktien umgewandelt wurden.

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Der Handel mit Cytos-Aktien wurde wegen der Gläubigerversammlung zeitweise eingestellt. Wie die Schweizer Börsenbetreiberin SIX mitteilte, wurde die Cytos-Aktie ab 15.15 Uhr wieder gehandelt und legte direkt rund 28 Prozent auf 41 Rappen zu.

Spin-off der ETH

Die 1995 als Spin-off der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) gegründete Biotechfirma Cytos kämpft seit längerem mit Problemen. Im Mai 2014 hatte das Unternehmen mit Sitz in Schlieren das Herunterfahren seiner operativen Tätigkeit bekannt gegeben, da es die Wirksamkeit seines Asthma-Medikamentenkandidaten nicht nachweisen konnte.

Seither versuchte das Unternehmen, Käufer oder Lizenznehmer für seine Forschungsplattform sowie die darauf laufenden Programme zur Entwicklung von Wirkstoffen zu finden.

(sda/tno/ise)