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Dabei könnte Blatter gratis fliegen

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Mit ihrer vorwitzigen Guerilla-Aktion bringt Kulula, der Low-Cost Carrier Südafrikas, den Fifa-Präsidenten auf den Hund.

Von Norman C. Bandi
am 23.06.2010

Warum leistet sich die Fifa für die Fussball-WM in Südafrika zwei Luxus-Jets, um während des Turniers zwischen den Spielorten zu pendeln (siehe «Handelszeitung» Nr. 24 vom 16. Juni 2010)? Ist es nicht auch deutlich günstiger möglich, als für rund 2 Mio Fr. zwei Privatmaschinen exklusiv zu chartern?

Wenn es nach der 2001 gegründeten südafrikanischen Billigfluggesellschaft Kulula (Zulu-Wort für «leicht») ginge, wären Inlandflüge für Joseph S. Blatter gar zum Nulltarif zu haben. In ganzseitigen Zeitungsinseraten bot der Low-Cost Carrier dem Schweizer Fifa-Präsidenten Freiflüge auf seinem Streckennetz an.

«Wir bieten erschwingliche Flüge für jeden mit Ausnahme von Sepp Blatter», warb Kulula augenzwinkernd, «der kann umsonst fliegen.» Weiter hiess es im Kleingedruckten: «Also, Sepp: Wo auch immer du im Lande unter den bestmöglichen Bedingungen hinmusst: Mail uns unter ImSeppBlatter@kulula.com - und wir fliegen dich umsonst. Das Angebot ist gültig für die Dauer des Ereignisses, das gerade stattfindet.» Auch dieser südafrikanischen Firma ist es durch die Fifa juristisch verboten, die Fussball-WM beim Namen zu nennen - dies dürfen nur die teuer zahlenden Sponsoren.

Vergangenen Sonntag doppelte Kulula in der südafrikanischen Presse mit ganzseitigen Inseraten nach: «Es ist offiziell. Sepp Blatter fliegt mit uns.» Der Low-Cost Carrier relativierte sogleich: «Okay, es ist nicht genau der Sepp Blatter, den wir erwartet haben, aber ein Versprechen ist ein Versprechen.» Um den Sepp Blatter kennen zu lernen, der mit Kulula zum Nulltarif reisen darf, lohnt sich ein Blick auf die neue Homepage www.ImSeppBlatter.com: Es ist «Sepp the Dog», ein Boston Terrier aus Kapstadt. Kulula meint dazu: «Wir sind stolz darauf, ihn an Bord zu haben. Weil jeder Sepp Blatter ein Freund von uns ist.»

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