Kurt Frei, Chef von Flumroc, fragt: «Haben Sie gewusst, dass wir rund einen Drittel der Energie im Gebäudebereich verbrauchen?» Das scheint zunächst doch ein bisschen viel, aber die kantonalen Energiedirektoren untermauern dies in ihren Begründungen für eine rassigere Gangart beim Energiesparen: Ab 2011 sollen Gebäude nur noch halb so viel Energie verbrauchen wie heute. Das bedeutet pro 1 m2 Wohnfläche gerade mal 4,8 l Heizöl.

Obwohl die neuen Vorgaben der kantonalen Energiedirektoren den Hauseigentümern viel Freiheit lassen - sie können den Fokus auf die Verbesserung von Wänden, Dächern oder Böden legen: Flumroc ist auf jeden Fall mit von der Partie. Das Unternehmen stellt seit 1950 Dämmplatten aus Steinwolle her. Aber noch nie in der Firmengeschichte waren sie so gefragt wie heute. Dies nicht zuletzt wegen der interessanten Förderbeiträge, die für energetisch sinnvolle Massnahmen bei Neubauten und Renovationen entrichtet werden. Auch die steigenden Energiepreise kurbeln die Produktion an. Deswegen einfach auf eine Wärmepumpe umzustellen, ohne vorher die Gebäudehülle gut zu dämmen, kann in eine Sackgasse führen. Denn auch die Strompreise werden weiter steigen.

«Die Wahrnehmung gegenüber unseren Produkten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Heute sind die Leute bestens über die Vorteile eines gut isolierten Hauses und die damit verbundenen Einsparungen informiert», stellt Frei fest. Die Wärmedämmung ist beim Hausbau wie bei der Modernisierung integrativer Bestandteil eines umweltschonenden Gesamtkonzeptes. Gerade bei Letzterer ist der Bedarf nach Materialien, wie sie Flumroc herstellt, kaum absehbar. «Die Renovationswelle bei den Altbauten ist noch gar nicht richtig losgetreten», sagt Frei und spricht die viel zu tiefe Verjüngungsrate des Schweizer Immobilienparks an. «Jährlich erneuern wir nur rund 1,25% der Gebäude. Diese Rate müsste verdoppelt werden.» Das vor Kurzem von Bund und Kantonen lancierte Programm zur Gebäudeerneuerung wird diese Aktivitäten weiter beschleunigen. Bis 2020 werden nämlich jedes Jahr Fördergelder in der Höhe von 280 bis 300 Mio Fr. locker gemacht.

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Schnelle Amortisation

Wurden in den Anfängen noch wenige Kilos Steinwolle pro Tag hergestellt, sind es heute bereits über 200 t. Und die Jahresproduktion liegt bei 50000 t. Dafür werden 70000 t Steine verarbeitet, die grösstenteils aus Graubünden und aus recyclierten Produktionsabfällen stammen. Sie werden zermahlen, in Briketts gepresst, in einem sogenannten Kupolofen bei über 1500 °C geschmolzen und anschliessend zu Fasern versponnen. Das ist das Grundmaterial für die Dämmplatten, die nur noch zugeschnitten, verpackt und etikettiert werden müssen.

Täglich wird von Flums SG aus in die ganze Schweiz und ins nahe Ausland geliefert. Produziert wird an fünfeinhalb Tagen die Woche rund um die Uhr. Besondere Aufmerksamkeit widmet Flumroc einem ausgeklügelten Logistikkonzept. «Es besteht darin, das breite Sortiment in 48 Stunden auszuliefern, und zwar als Einzelpakete oder auf Paletten.»

Kurt Frei verhehlt nicht, dass die Herstellung des begehrten Dämmmaterials viel Energie verschlingt. «Aber unter dem Strich amortisieren sich unsere Produkte bereits innerhalb der ersten Heizperiode.» Das KMU ist denn auch mit gutem Beispiel vorangegangen und hat viel in den betrieblichen Umweltschutz investiert. Der Verwaltungsbau sowie einige umliegende Liegenschaften werden mit Abwärme aus der Produktion beheizt. Kürzlich ist über dem Logistikareal eine grosse Photovoltaikanlage in Betrieb gegangen. Dass der Bedarf an Dämmprodukten angesichts der sich abzeichnenden Energieknappheit weiter zunimmt, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Auch die steigende Zahl der Vorschriften, die zum Ziel haben, umweltschonend zu bauen, trägt zur erhöhten Nachfrage bei. Damit einher geht ein ständiger Prozess zur Steigerung der Qualität von Dämmplatten und zur Ausweitung ihrer Anwendbarkeit.

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Steinwolle unersetzbar

Ausschlaggebend für die Qualität von Dämmstoffen sind die Zusammensetzung und die Dicke, die Dampfdurchlässigkeit, die Rückbau- und Recyclierbarkeit. Zudem sollen sie nicht nur gute Dämmwerte aufweisen, sondern auch Schutz gegen Lärm und Feuer bieten. Daher legt Flumroc grossen Wert auf das Entwicklungs- und Forscherteam. Zum Trend meint Frei: «Steinwolle bleibt unser Geschäft. Kein anderes Produkt bietet Wärme-, Brand- und Schallschutz all inclusive.»