Einigen kleineren dänischen Banken drohen laut Wirtschaftsminister Brian Mikkelsen mit dem Auslaufen staatlicher Garantien 2013 teils ernsthafte Liquiditätsprobleme. «Es ist für einige kleinere Banken schwer, an Geld zu gelangen», sagte Mikkelsen.

Die Regierung arbeite an Möglichkeiten, um die Kredite ausländischer Investoren zu sichern. Eine politische Einigung dazu sei schon bald zu erwarten. Zudem wolle die Regierung klären, welche Banken in Dänemark systemrelevant seien.

Der dänische Bankensektor ist mit seinen hundert Geldhäusern sehr zersplittert. Viele der Geldhäuser sind kleine lokale und regionale Institute. Das will Dänemark nun ändern. «Wir würden gerne eine Konsolidierung in dem Sektor voranbringen», sagte. Der Staat könnte zum Beispiel einigen Banken Problemkredite abnehmen, um sie zu attraktiven Übernahmekandidaten zum machen. Im Finanzsektor seien diese Vorschläge auf ein positives Echo gestossen, ergänzte er.

S&P: 15 Geldhäuser könnten kollabieren

Erst Ende Juni war die kleinere dänische Regionalbank Fjordbank Mors in die Pleite geschlittert. Damit begab sich die neunte Bank seit Beginn der Finanzkrise in Dänemark unter die Fittiche des Staates.

Unterdessen warnen Experten vor weiteren Zusammenbrüchen in dem Sektor. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte Ende Juli gewarnt, dass die Bankenkrise Dänemarks noch nicht beendet sei und noch bis zu 15 weitere Geldhäuser wegen fauler Kredite für Immobilien kollabieren könnten. Sorgen um die dänischen Banken hatten die Kosten für Kreditausfallsicherungen in den letzten Wochen steigen lassen.

Anzeige

Leerverkäufe untersagt

Gerüchte, dass einige europäische Banken nicht solide aufgestellt sein könnten, hatten an den Börsen in den vergangenen Tagen zu einem Kurseinbruch geführt. Ein Verbot riskanter Aktiengeschäfte in vier weiteren Euro-Ländern soll nun dem Ausverkauf von Finanztiteln Einhalt gebieten.

Frankreich, Italien, Spanien und Belgien, deren Bankaktien an den Börsen zuletzt besonders unter Beschuss geraten waren, untersagten den Leerverkauf von Finanzwerten. Daraufhin legten am Freitag die meisten Aktien von Banken und Versicherern in Europa zu. Experten bezweifeln aber, ob die Massnahmen auf Dauer wirken.

(tno/sda)