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Dätwyler streicht 100 Stellen in Altdorf

Dätwyler: Liftkabel bald aus China

Mit Dätwyler baut erstmals ein Industriebetrieb mit Verweis auf die Frankenstärke Arbeitsplätze ab. In Altdorf streicht der Konzern rund 100 Stellen. Ein Teil der Produktion geht ins Ausland. Das Erge

Veröffentlicht am 22.03.2011

Der Gewinn von Dätwyler stieg im vergangenen Jahr durch die erhöhte Kapazitätsauslastung und tieferen Kosten um 54,2 Prozent auf 98,2 Millionen Franken, wie der Konzern mitteilte. Davon sollen die Aktionäre profitieren mit einer kräftig von 1.20 auf 2.20 Franken pro Aktie erhöhten Dividende. Der Umsatz nahm 2010 um 17,6 Prozent auf 1,319 Milliarden Franken zu. Etwa ein Siebtel des Wachstums stammt allerdings von der übernommenen Reichelt Elektronik. Die Frankenstärke kostete andererseits 5,5 Umsatzprozente.

Nachdem sich die operativen Verbesserungen in schwierigen Zeiten bewährt hätten, wolle Dätwyler die globale Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken. Mit Blick auf die Frankenstärke respektive die Euroschwäche sollen unter anderem Arbeitsplätze von Altdorf ins Ausland verlagert werden.

Denn im Konzernbereich Verkabelungs-Lösungen hätten Wechselkurseinbussen ebenso wie in der Dichtungstechnik vor allem im vierten Quartal 2010 empfindlich auf die Margen gedrückt. Da Dätwyler auch 2011 mit einem tiefen Euro rechnet, bleibe die wirtschaftliche Situation am Standort Altdorf äusserst kritisch.

Nach China und Osteuropa

Die Liftkabelproduktion soll deshalb in das bestehende Werk in China verlagert werden. Für die Kabelkonfektionierung werde zusätzlich eine Verlagerung nach Osteuropa geprüft. Insgesamt fallen damit am Standort Altdorf bis Mitte 2012 rund 100 Arbeitsplätze weg. Das dafür gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren mit den Sozialpartnern ist eingeleitet, wie die Gewerkschaft Syna bereits am Montagabend mitgeteilt hatte. Sie will dazu beitragen, die Zahl der geplanten Entlassungen zu reduzieren.

Dätwyler rechnet mit einmaligen Abbaukosten von rund 10 Millionen Franken. Am Standort Altdorf will das Unternehmen aber in den nächsten vier Jahren auch rund 30 Millionen Franken in Maschinen und Gebäude investieren.

In der Industrie klagen viele Unternehmen wegen der Frankenstärke über erhebliche Margeneinbussen. In einer Umfrage von Swissmem, dem Verband der besonders exportlastigen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, hatten bereits Anfang Jahr 28 Prozent der Unternehmen berichtet, sie seien deswegen in die Verlustzone gefallen.

(tno/cms/sda)

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