Der Urner Industriekonzern Dätwyler verkauft seine Kabelsparte für 95 Millionen Franken an die Pema Holding, den Hauptaktionär der Firma. Der Konzern hat künftig nur noch zwei Bereiche, wie Dätwyler am Montagabend mitteilte.

Gemäss Communiqué fokussiert sich Dätwyler auf die wachstums- und margenstarken Sparten. Der Sektor Sealing Technologies und Pharma Packaging werden in die neue Sparte Sealing Solutions zusammengelegt. Die Sparte Technical Components bleibt bestehen.

Durch das Synergiepotenzial rechnet Dätwyler ab 2015 mit Einsparungen von 10 Millionen Franken pro Jahr. Für 2013 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 1,3 Milliarden Franken. Bis 2017 will die Gruppe die Umsatzmarke von 2 Milliarden Franken knacken und eine Ebit-Marge von 12 bis 15 Prozent erreichen. Um das Wachstum zu finanzieren, begibt Dätwyler eine Obligationenanleihe im Umfang von 100 bis 150 Millionen Franken.

Kaum Wachstumsmöglichkeiten

Die Kabelsparte hatte 2011 einen Umsatz von rund 241 Millionen Franken und einen Betriebsgewinn (Ebit) von 4,6 Millionen Franken ausgewiesen. Die Sparte habe aus heutiger Sicht innerhalb der Gruppe nur beschränktes Potenzial, schreibt Dätwyler.

Die Käuferin Pema verfüge über bessere Möglichkeiten. Sie übernehme alle Standorte und Mitarbeitenden. Auch das Management und die Marke Dätwyler würden bleiben.

Der neue Verwaltungsrat für die Kabelsparte werde von Hanspeter Fässler präsidiert. Für eine Übergangszeit nehmen auch Dätwyler-Konzernchef Paul Hälg und Finanzchef Reto Welte Einsitz im Gremium.

Unabhängige Prüfung

Da Pema als Hauptaktionär ein Dätwyler nahestehendes Unternehmen ist, unterzogen beide Partner die Kabelsparte neutralen Bewertungsgutachten zur Preisfindung. Diejenigen Dätwyler-Verwaltungsräte, die auch in der Pema-Aufsicht sitzen, traten beim Beschluss in den Ausstand. Der Vertreter der Inhaberaktionäre von Dätwyler fand den Preis fair, teilt Dätwyler weiter mit.

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Der Zusammenschluss von Pharma Packaging und Sealing Technologies soll die Konzernstruktur vereinfachen. Die neue Einheit Sealing Solutions soll insbesondere in den drei wichtigsten Regionen Asien, Kanada, USA und Mexiko sowie in Europa punkten.

Die Einheit umfasst 17 Standorte und rund 5000 Mitarbeiter. Sie soll 2013 einen Umsatz von über 600 Millionen Franken und eine Ebit-Marge von 11 bis 14 Prozent erwirtschaften.

(tke/sad)