Daimler-Chef Dieter Zetsche will nach eigenen Worten in deutschen Flüchtlingszentren nach Arbeitskräften suchen und für sein Unternehmen werben.

Er könne sich vorstellen, «dass wir in den Aufnahmezentren die Flüchtlinge über Möglichkeiten und Voraussetzungen informieren, in Deutschland oder bei Daimler Arbeit zu finden», sagte Zetsche der «Bild am Sonntag». Viele Flüchtlinge seien jung, gut ausgebildet und hoch motiviert. «Genau solche Leute suchen wir doch», sagte der Daimler-Chef.

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Abschiebeverbot für Azubis

Die Flüchtlinge seien für Deutschland eine grosse Chance. Ähnlich wie vor Jahrzehnten die Gastarbeiter könnten sie «uns helfen, unseren Wohlstand zu erhalten beziehungsweise zu vermehren».

Um Flüchtlinge besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren, forderte Zetsche ein Abschiebeverbot für Azubis. Jugendliche mit Ausbildungsstelle sollten die Garantie erhalten, nicht ausgewiesen zu werden, sagte er.

Keine Spur von China-Krise

Angesichts der Wirtschaftsprobleme in China zeigte sich der Daimler-Chef gelassen. «Von Krise kann keine Rede sein. Die Reaktion der Finanzmärkte und alle düsteren Prognosen sind überzogen», sagte er. Zwar wachse die Wirtschaft und der Automarkt langsamer. Dennoch habe Daimler im August im Jahresvergleich 53 Prozent mehr Mercedes-Modelle verkauft. In diesem Jahr rechne er mit einem Absatzrekord von mehr als 300'000 Fahrzeugen.

Zetsche erwartet nach eigenen Worten zudem, dass der weltweite Automarkt weiter wächst. «Wir haben im Sommer in allen Werken durchgehend produziert, mussten in Deutschland sogar 8000 Ferienarbeiter einstellen.» Die Entwicklung bleibe für Daimler auch über 2015 hinaus positiv.

(sda/ise)