Der Autobauer Daimler hat im vergangenen Jahr mehr als hundert schwerwiegende Regelverstösse im Konzern aufgedeckt. Insgesamt hatten Mitarbeiter über ein Hinweisgebersystem 1100 möglicherweise kriminelle Vorgänge gemeldet, wie eine Sprecherin sagte.

Davon seien zehn Prozent der Fälle wirklich gravierend gewesen. Dabei sei es unter anderem um Untreue, Betrug, Mobbing und auch Bestechung gegangen. Das hatte zuvor die «Süddeutsche Zeitung» berichtet. Der Dax-Konzern hatte sich 2010 schuldig bekannt, über zehn Jahre hinweg in mindestens 22 Ländern Regierungsbeamte für lukrative Aufträge bestochen zu haben.

Daraufhin hatte der Konzern ein Hinweisgebersystem eingereicht, über das Vorwürfe anonym eingereicht werden können. Der frühere FBI-Chef Louis Freeh attestierte Daimler indes gute Erfolge im Kampf gegen die Korruption. «Das Unternehmen hat Gold-Standard erreicht beim Thema Compliance und Integrität», sagte Freeh der «Süddeutschen».

Als Teil eines gerichtlichen Vergleichs, mit dem Daimler einen Schmiergeld-Prozess in den USA vor zwei Jahren klärte, überwacht Freeh den Dax-Konzern im Auftrag von Gericht und US-Börsenaufsicht SEC. Seine Amtszeit endet zum 1. April.

(muv/jev/awp)