Rund 20 Gemeinden um Locarno haben sich im Jahr 2003 in der Centro Balneare Regionale SA (CBR) zusammengeschlossen, dies mit dem Ziel, mit einem zeitgerechten und modernen Hallen- und Freibad ein neues und attraktiveres Angebot für Einheimische und Gäste zu schaffen. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um öffentliche Gelder handelte, galt es eine Auftragsform zu finden, welche die gesetzlichen Vorschriften des öffentlichen Beschaffungswesens einhielt, gleichzeitig aber garantierte, dass ein Gesamtdienstleister mit Erfahrung auf diesem technisch anspruchsvollen Bereich den Auftrag plante und realisierte.

Erfahrungen und Referenzen

In einer öffentlichen Ausschreibung wurde ein Generalplaner gesucht, der über Erfahrung und Referenzen im Bereich von Bäder- und Freizeitanlagen verfügte. Der Architekt sollte dann über ein Wettbewerbsverfahren, welches der Generalplaner durchzuführen hatte, bestimmt und ins Generalplanerteam integriert werden.

Die HRS Real Estate AG, Frauenfeld, vertreten durch ihre Tessiner Niederlassung in Giubiasco, wurde aufgrund ihrer Referenzen mit der Gesamtleitung und Generalplanung beauftragt. Das Architekturbüro Moro & Moro, Locarno, welches den zweistufigen Wettbewerb gewann, war innerhalb des Generalplanerteams für die architektonische Planung verantwortlich.

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Das neue Bad macht Freude

Entstanden ist ein attraktives Hallen- und Freibad an einem der schönsten Strände des Lago Maggiore. Das Angebot im Hallenbad umfasst ein neues 25-m-Becken, ein Schul- und Nichtschwimmerbecken mit Hubboden sowie vier attraktive Rutschbahnen. Aussen finden die Besucher ein Thermalbad mit einer Wassertemperatur von 34 Grad Celsius, welches ganzjährig benützt werden kann, sowie ein 50-m-Schwimmbecken und ein Nichtschwimmerbecken.

Ein anspruchsvolles Konzept

Das architektonische Konzept mit einer allseitig raumhohen Verglasung stellte an den Generalplaner höchste Ansprüche. Es soll während des ganzen Jahres ein optimales Klima im Hallenbad gewährleistet sein, was bei den klimatischen Bedingungen im Tessin nicht ganz einfach ist. Zudem weisen Hallenbäder eine sehr hohe relative Luftfeuchtigkeit von 85% und mehr auf, was schon bei minimalen Temperaturdifferenzen zwischen der Fassade und der Raumtemperatur von 28 Grad zu Kondensat führt. Die Zuluft wird unten an der Fassade eingeblasen und verhindert so einerseits den störenden Kaltluftabfall und sorgt gleichzeitig für Kondensatfreiheit.

Sicher vor dem Hochwasser

Der Pegel des Lago Maggiore kann, bedingt durch die Regulierung des Wasserstandes am italienischen Ende des Sees, stark schwanken. Der Höchstwasserstand kann rund 1,5 m höher sein als das Niveau der angrenzenden Strasse. Die Gebäudeversicherung gab vor, dass das gesamte Gebäude so geplant werden müsse, dass bis zu einem Wasserstand von 1,5 m über Strassenniveau kein Wasser ins Gebäude eindringen kann. Die Umsetzung dieser Vorgabe war in der Praxis sehr anspruchsvoll.

Nebst einer Ausführung des gesamten Untergeschosses als weisser Wanne mit wasserdichtem Beton galt es zu beachten, dass beim Höchstwasserstand der Gebäude keine Schäden durch den Gebäudeauftrieb entstehen dürfen. Aus Sicherheitsgründen mussten zudem sämtliche Elektroverteilungen und Schaltschränke im 1. OG platziert werden. Die Trafoanlage wurde auf dem Dach eingeplant.

Fachliche Kompetenz geht vor

Für diese technisch anspruchsvolle Aufgabenstellung hat sich das Modell Generalplaner mit Kostendach bewährt. Gerade bei Bauten, welche ein ausgeprägtes Spezialwissen für einzelne Gewerke verlangen, ist darauf zu achten, dass das Team nach fachlichen Qualifikationen und nicht nach regionalen Kriterien zusammengesetzt wird. Beim Team HRS haben wir führende Fachleute mit Spezialwissen in ihren Bereichen und bestens ausgewiesene Fachleute aus der Region kombiniert und so ein optimales Ergebnis erreicht.