Könnte das legendäre Silicon Valley, dieser Hotspot in Kalifornien, der hunderte von Technologiefirmen zu globalen Höchstleistungen animiert, auch in der Schweiz liegen? Bundesrätin Doris Leuthard ist überzeugt. Ja, sagte sie beim Startschuss des Jahres der Informatik, der Informatica08. Ein Blick zurück in die Vergangenheit zeige, dass die Voraussetzungen bereit lägen: Niklaus Wirth führte an der ETH Zürich 1972 die Progammiersprache Pascal ein, Tim Berners-Lee entwickelte 1989 im CERN bei Genf das World Wide Web (WWW). Der Gründer von Logitech, dem Weltmarktführer bei Computer-Peripherien, darunter die Mäuse, ist ein Westschweizer. IBM wählte als Standort für ihren europäischen Forschungsstandort Rüschlikon bei Zürich, und auch Google tüftelt seit vier Jahren in Zürich. Warum hat es mit dem Silicon Valley in der Schweiz dennoch nicht geklappt? «Es fehlt den jungen Menschen an Fantasie und Mut zum Risiko», lautet die Diagnose der Bundesrätin. So einfach sei das nicht, meinte der Schweizer Google-Pionier und Wahl-Kalifornier Urs Hölzle, heute beim Suchmaschinen-Betreiber zuständig für die technische Gesamtleitung. Die Schweiz habe ein Problem, in seinen Augen gar ein gravierendes. Es studierten zu wenige Informatik. Ein Vergleich: 2012 werden 70 ausgebildete Informatiker die ETH Zürich verlassen. Zum selben Zeitpunkt sind es in Berkeley und Stanford, Kalifornien, 600 Informatiker und 150 Promovierte. Warum ist das so? Weil das Image der Informatiker (nicht nur) in der Schweiz schlecht sei.

Deshalb versuchen die Initianten des «Jahres der Informatik» Gegensteuer zu geben, indem mit diversen Anlässen die vielfältigen Möglichkeiten des Berufs aufgezeigt werden. Ursula Renold vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie plädierte für konstruktive Ansätze bei den ganz Jungen, die eine ganz andere Sprache sprächen. Karl Landert, CIO Private Banking und Europe bei der CS, lobte die Idee, Technologiebaukästen im Kindergarten einzuführen. Abraham Bernstein von der Uni Zürich ist überzeugt, dass die Schaffung von virtuellen Räumen die Jungen noch stärker faszinieren wird. Den Computerspielen und Google Earth sei dank.